BerlinEr gilt als staubtrockener Politiker. Seine monotone Art zu reden, ist in den Fernsehnachrichten manchmal schwer erträglich. Wenn er mal wieder verschärfte Corona-Maßnahmen fordert, wirkt es oft moralinsauer und oberlehrerhaft. Die Rede ist von Karl Lauterbach, SPD-Gesundheitsexperte, Abgeordneter und Mediziner. Ausgerechnet er rät den Bürgern nun dazu, sich von der Corona-Pandemie den Humor nicht vermiesen zu lassen. 

„Auch in einer Pandemie hilft Humorlosigkeit nicht weiter“, sagte der Politiker jetzt der Augsburger Allgemeinen. „Ohne Selbstironie oder Sarkasmus an der einen oder anderen Stelle übersteht man das nicht.“ Entweder Karl Lauterbach weiß nicht, wie spaßfrei er beispielsweise im Fernsehen auf die Zuschauer wirkt. Das wäre ein erheblicher Mangel an Selbsterkenntnis. Oder aber man muss seine Aussagen in der Augsburger Allgemeinen zum Anlass nehmen, völlig neu über Karl Lauterbach zu denken: „Karl Lauterbach rät zu Humor“ – das ist doch der Schenkelklopfer schlechthin. Vielleicht ist es gerade der Beweis für Lauterbachs ausgeprägte Selbstironie.      

Er freue sich, wenn er in Satire-Shows als Gast auftreten dürfe, sagt Lauterbach. „Ich will damit zwar nicht meine Arbeit auf die Schippe nehmen, aber es wäre ein dramatischer Verlust an Lebensqualität, wenn man seinen Humor verlieren würde.“ Er persönlich schätze die „heute Show“ oder auch Jan Böhmermann sehr. Das seien großartige Formate. „Und wenn der Wunsch besteht, trete ich da sehr gerne auf“, so der Politiker. Karl Lauterbach als neuer Stefan Raab oder Harald Schmidt? Wenn die aktuelle Krise in der Lage ist, so einen Wandel herbeizuführen, dann könnte man auf die Idee kommen, fast dankbar für sie zu sein.