Gefangene misshandelt: Wärter der JVA Dresden bekommen Bewährungsstrafen

Vier Beamte wurden wegen gefährlicher Körperverletzung schuldig gesprochen. Chatverläufe gaben Hinweise auf die Misshandlung migrantischer Gefangener.

Laut Anklage sollen die Vollzugsbeamten im Jahr 2018 ausländische Häftlinge misshandelt und in WhatsApp-Chats verhöhnt haben. (Symbolbild).
Laut Anklage sollen die Vollzugsbeamten im Jahr 2018 ausländische Häftlinge misshandelt und in WhatsApp-Chats verhöhnt haben. (Symbolbild).dpa/Julian Stratenschulte

Weil sie gegenüber ausländischen Gefangenen gewalttätig waren, sind mehrere sächsische Justizvollzugsbeamte zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Das Amtsgericht Dresden verurteilte am Freitag vier der Männer wegen gefährlicher Körperverletzung im Amt zu Haftstrafen zwischen sechs Monaten sowie einem Jahr und vier Monaten auf Bewährung.

Angeklagter: „Lass es wie einen Unfall aussehen“

Ein weiterer JVA-Beamter wurde wegen vorsätzlicher Körperverletzung im Amt zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen verurteilt. Er soll einen Gefangenen so gestoßen haben, dass dieser mit dem Kopf gegen einen Türrahmen stieß und sich dadurch eine blutende Kopfwunde zuzog. Zudem gestand er, an eine Whatsapp-Gruppe ein Foto von einem ausländischen Gefangenen geschickt zu haben, das diesen liegend in einem Haftraum zeigte. Er wurde nun auch wegen der Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs schuldig gesprochen.

Wie der Spiegel berichtete, zitierten Richter und Anklage im Prozess wiederholt aus den Chatverläufen der Beamten. „Lass es wie einen Unfall aussehen“, habe einer geschrieben, was angeblich ein Scherz gewesen sei. Laut Anklage sollen die Beamten im Jahr 2018 in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Dresden Gefangene zu Boden gebracht und geschlagen oder getreten haben.