Der Gesamtbetriebsrat von DB Regio sieht durch das 9-Euro-Ticket erhebliche Mehrbelastungen wie Überstunden und Stress für die Beschäftigten im Öffentlichen Personennahverkehr. Er forderte deshalb einen Ausgleich. „Das 9-Euro-Ticket bedeutet den täglichen Ausnahmezustand für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verkehrsunternehmen“, sagte Betriebsrats-Vize Ralf Damde dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Dienstag). Bund und Länder müssten dafür sorgen, dass sie branchenweit entlastet würden. Zusätzliche Bezahlung und mehr freie Tage seien unabdingbar.

Betriebsräte der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG betonten in einem Brief an die Verkehrsminister von Bund und Ländern, der dem RND vorliegt, eine kostengünstige Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs dürfe nicht zu Lasten der Sicherheit und des Arbeitsschutzes gehen.

„Die 9-Euro-Aktion hat erwartungsgemäß einen großen Ansturm auf die Regionalzüge ausgelöst, der bundesweit zu deutlich mehr Fällen von Überlastung geführt hat“, sagte  Damde vor zwei Wochen. Auf vielen Bahnhöfen in Deutschland seien die Bahnsteige und die Züge so voll gewesen, dass in mehreren Fällen überfüllte Züge geräumt werden mussten.

Laut ersten Auswertungen der Problemmeldungen der Zugführer hatte es beispielsweise am Pfingstwochenende an jedem Tag bundesweit etwa 400 Züge mit zu hoher Auslastung gegeben, sodass Passagiere abgewiesen werden mussten oder Fahrräder nicht mitgenommen werden können. Vor allem Fahrräder seien nach wie vor ein großes Problem.

Dennoch sei das 9-Euro-Ticket im Grundsatz ein Erfolgsmodell. „Verhindern Sie, dass wir nach den drei Monaten wieder in die alten Tarifstrukturen zurückkehren. Unterstützen Sie auch unsere Mitarbeitenden, indem Sie ein einfaches und überall gültiges Tarifsystem gestalten“, so die Betriebsräte der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG.