Bank überweist Frau versehentlich 10,5 Millionen Dollar – die kauft eine Luxusvilla

Sieben Monate lang bemerkt eine Krypto-Bank nichts von ihrem Millionen-Fehler. Als er schließlich auffiel, hatte die Empfängerin das Geld bereits geschickt außer Reichweite geschafft.

Beim Kryptohandel wurde eine Frau zur Millionärin – doch nicht wegen ihrer erfolgreichen Anlagestrategie.
Beim Kryptohandel wurde eine Frau zur Millionärin – doch nicht wegen ihrer erfolgreichen Anlagestrategie.IMAGO/Panthermedia

Eigentlich hatte sich Thevamanogari Manivel nur aufgrund einer Rückerstattung über 100 Dollar an den Kundenservice der Kryptobörse crypto.com gewandt. Ein folgenschwerer Tippfehler führte schließlich dazu, dass die Australierin im Mai 2021 ganze 10,5 Millionen Dollar auf ihrem Konto vorfand. Erst nach sieben Monaten fiel der Fehler auf – doch als der Konzern die Summe zurückforderte, hatte Manivel den unerwarteten Geldsegen bereits bestens investiert.

Ursache des millionenschweren Missgeschicks war eine simple Verwechslung. Wie unter anderem das Nachrichtenportal 7News berichtete, hatte ein Mitarbeiter des Krypto-Unternehmens statt den eigentlich fälligen 100 Dollar die achtstellige Kontonummer der Kundin in das Feld für den Betrag eingegeben.

Millionen-Fehler fiel sieben Monate lang nicht auf

Auf Kryptobörsen können Kunden, ähnlich wie am Aktienmarkt, in der Hoffnung auf eine möglichst hohe Rendite teils stark risikobehaftete Kryptowährungen erwerben. Der Slogan der Plattform crypto.com lautet treffend: „Das Glück ist mit den Mutigen“. Diesen scheint sich auch die frischgebackene Millionärin zu Herzen genommen zu haben – denn statt den Fehler zu melden, schaffte die Australierin das Geld schnellstmöglich außer Reichweite.

Wie aus Gerichtsunterlagen hervorgeht, habe Manivel die enorme Summe zunächst auf ein gemeinsam mit ihrer Schwester geführtes Bankkonto überwiesen. Als das Unternehmen nach sieben Monaten bei einer Rechnungsprüfung auf die fehlerhafte Überweisung stieß, habe sie jegliche Versuche der Kontaktaufnahme konsequent ignoriert.

Von Kryptokundin zu Villenbesitzerin

Schließlich, im Februar dieses Jahres und kurz bevor Behörden auf einen Gerichtsbeschluss hin ihre Konten einfroren, habe die gewiefte Frau noch eine imposante Luxusvilla in einem wohlbetuchten Vorort Melbournes gekauft – auf den Namen ihrer in Malaysia lebenden Schwester.

Auch im nun laufenden Prozess hält sich die Australierin möglichst bedeckt. Zu ersten Gerichtsverhandlungen erschien sie nicht. Einzige Antwort Manivels an die zahlreichen E-Mails des Gerichts: „Ist angekommen, danke.“ Ihre mit fünf Schlafzimmern ausgestattete Villa muss die Zufallsmillionärin laut eines Beschlusses nun jedoch verkaufen und den Erlös an crypto.com zahlen. Ob der Konzern die restlichen 10,1 Millionen Dollar je zurückbekommen wird, bleibt vorerst unklar.