Berlin - Rund ein Drittel der Corona-Patienten in deutschen Krankenhäusern ist laut einer Auswertung der Krankenkasse AOK jünger als 60 Jahre gewesen. Unter Beatmungspatienten habe diese Bevölkerungsgruppe rund 25 Prozent gestellt, teilte die AOK am Dienstag in Berlin unter Verweis auf eine Analyse ihres wissenschaftlichen Instituts (Wido) mit. Die Sterblichkeit unter stationären Corona-Patienten war demnach „sehr hoch“. Sie betrug 18 Prozent oder fast ein Fünftel.

Intensivstationen können sich schnell mit Menschen mittleren Alters füllen

Die Datenauswertung, in die Erkenntnisse aus der zweiten Welle der Pandemie einflossen, bestätigten nach Angaben der Kasse die bereits zuvor gewonnenen Erfahrungen. So steigt das Risiko von schweren Corona-Verläufen mit dem Alter generell an. Rund die Hälfte der stationär behandelten Patienten war älter als 70 Jahre, wie die AOK unter Verweis auf ihre Experten betonte. Aber es gebe eben auch bei jüngeren Menschen „viele schwere Verläufe“.

„Die Zahlen verdeutlichen, dass sich die Intensivstationen angesichts steigender Infektionszahlen schnell mit Menschen mittleren Alters füllen können, die noch nicht geimpft sind“, warnte Wido-Geschäftsführer Jürgen Klauber. Intensivmediziner berichteten derzeit schon von entsprechenden Trends in Kliniken.

Qualifiziertes Personal in Pandemie besonders wichtig

Die Analyse beruht auf Daten zur Versorgung von AOK-Versicherten in Krankenhäusern. In die Auswertung zu Corona-Verläufen flossen dabei Informationen zu 52.000 Infizierten ein, die von Februar bis November stationär behandelt wurden. Die Untersuchungen waren Teil eines größer angelegten Krankenhausreports der AOK. Dieser kam laut Kasse zu dem Ergebnis, dass die stationäre Versorgung generell in größeren Krankenhäusern zentralisiert werden sollte.

Die AOK berief sich dabei auch auf die Erfahrung in der Pandemie. So habe sich gezeigt, dass qualifiziertes medizinisches Personal „der entscheidende und gleichzeitig limitierende Faktor sei“, erklärte AOK-Vorstandschef Martin Litsch. Es bringe dagegen aber nichts, einfach zusätzliche Intensivbetten und Beatmungsgeräte aufzustellen. Größere Krankenhäuser seien besser in der Lage, die entsprechenden personellen Ressourcen flexibel einzusetzen und zugleich auch den normalen Versorgungsbetrieb aufrechtzuerhalten.