Der Unfallwagen am Hardenbergplatz.
Foto: dpa/Paul Zinken

BerlinAm Hardenbergplatz nahe des Bahnhofs Zoo ist am Sonntagmorgen ein Autofahrer mit seinem Geländewagen in eine Menschengruppe gefahren. Sechs Menschen wurden nach Angaben der Polizei verletzt, drei schwer und drei leicht. Die Feuerwehr hatte am Morgen noch von sieben Verletzten gesprochen. Eine Person wurde unter dem Unfallwagen eingeklemmt und musste reanimiert werden. Etwa ein Dutzend Augenzeugen wurden von Notfallseelsorgern betreut. 

Der Fahrer des Unfallwagens wurde laut Polizei festgenommen. Von einem Anschlag geht die Polizei aber nicht aus. „Derzeit gibt es keinerlei Anhaltspunkte für eine politische oder religiöse Motivation“, hieß es.

Der Fahrer habe beim Abbiegen die Kontrolle über das schwere Auto verloren, weil er zu schnell unterwegs war. Ein Atemalkoholtest habe bei ihm 0,7 Promille ergeben, teilte die Polizei am Nachmittag mit. Gegen den 24-Jährigen werde wegen Verdachts auf versuchten Totschlag und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr ermittelt, sagte ein Polizeisprecher der dpa. „Aufgrund der gefahrenen Geschwindigkeit gehen wir bisher davon aus, dass der Fahrer billigend in Kauf nahm, dass Menschen verletzt oder sogar getötet werden.“ Hinweise auf ein illegales Autorennen mitten in der Stadt gebe es aber nicht.

Zwei Rettungshubschrauber und rund 60 Einsatzkräfte waren im Einsatz, berichtet die Feuerwehr. Der Unfall passierte gegen 7.20 Uhr an der Kreuzung Hardenbergstraße Ecke Joachimsthaler Straße. In dem Bereich am Bahnhof Zoologischer Garten seien auch am Sonntagmorgen viele Menschen unterwegs.

Das Unfallauto stieß am Bahnhof Zoo gegen einen Briefkasten. Der genaue Fahrverlauf sei noch ungeklärt, sagte die Polizeisprecherin. Der Fahrer sei nicht verletzt. Ermittler vor Ort befragten Zeugen und untersuchten den Geländewagen. Die Hardenbergstraße und der Ausgang aus dem S-Bahnhof Zoologischer Garten waren abgesperrt.