Baden und Angeln im Haff wieder erlaubt

Zwei Wochen lang war unklar, ob sich das mysteriöse Fischsterben in der Oder bis an die Flussmündung und darüber hinaus fortzieht. Jetzt gaben die Behörden Entwarnung.

Am Stettiner Haff darf wieder gebadet werden. 
Am Stettiner Haff darf wieder gebadet werden. dpa/Jens Büttner

Im Kleinen Haff an der Odermündung darf wieder bedenkenlos gebadet und geangelt werden. Die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns hob am Donnerstag die vorsorgliche Badewarnung auf und nahm auch die Empfehlung zurück, auf Angeln und Fischen zu verzichten. Die Untersuchungen der zuständigen Umwelt- und Veterinärbehörden hätten keine auffälligen Konzentrationen von Schadstoffen ergeben, teilte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) mit.

Auch die Goldalgen, deren Gift als eine mögliche Ursache für das massenhafte Fischsterben seit Anfang August in der Oder angenommen wird, wiesen im Haff nur sehr geringe Konzentrationen auf. „Damit ist das Vorkommen als ungefährlich einzustufen“, betonte Backhaus. Zudem seien im Kleinen Haff keine toten oder mit Schadstoffen belasteten Fische gefunden worden. Dennoch werde das Gewässer weiterhin regelmäßig beobachtet und es würden Wasserproben von dort genommen.

Tourismusbranche am Haff erleichtert

Erleichterung löste die Aufhebung der Warnungen auch in der Tourismuswirtschaft aus. „Die Branche kann aufatmen und ist dankbar dafür, dass gemeinsam und schnell alles darangesetzt wurde, Aufklärung zu betreiben“, sagte der Tourismusbeauftragte des Landes, Tobias Woitendorf. Die Nachricht sei ein wichtiges Signal für Touristiker in der Region und für alle Gäste, mögliche Bedenken gegen einen geplanten Aufenthalt am Stettiner Haff wegschieben zu können. Vor allem für Berliner sind die Haffregion und die Insel Usedom beliebte Reiseziele.

Nach Einschätzung von Backhaus ist wohl das Zusammentreffen mehrerer Umstände Ursache für das Fischsterben in der Oder. Dazu gehörten das Einleiten salzhaltiger Abwässer in die Oder, das dadurch geförderte Algenwachstum, der aktuell niedrige Wasserstand und die anhaltend hohen Temperaturen.

Bislang 300 Tonnen tote Fische aus der Oder geholt

Bislang wurden insgesamt 300 Tonnen tote Fische aus der Oder geholt. Das berichtete das Nachrichtenportal The Pioneer am Donnerstag unter Berufung auf Zahlen des Bundesumweltministeriums. „An der Oder erleben wir derzeit eine Umweltkatastrophe, die dieses wertvolle Ökosystem für lange Zeit schädigen wird“, sagte Umweltministerin Steffi Lemke (Grüne) dem Nachrichtenportal.

Nach Informationen des Bundesumweltministeriums wurden allein in Brandenburg hundert Tonnen tote Fische eingesammelt. Die Kadaver würden dort in Müllverbrennungsanlagen entsorgt. Die Suche nach den Ursachen für das massive Fischsterben laufe auf Hochtouren und sei „noch nicht abgeschlossen“, sagte Ministerin Lemke.