Stuttgart - Ungeimpfte in Baden-Württemberg müssen womöglich bald wieder mit massiven Einschränkungen rechnen. Wie die Bild-Zeitung berichtet, erwägt der Amtschef im Sozial- und Gesundheitsministerium Uwe Lahl (Grüne) einen erneuten Corona-Lockdown – aber dieses Mal soll er nur für Menschen gelten, die bisher nicht gegen das Coronavirus geimpft wurden.

Lahl kündigte demnach an: „Wenn 200 bis 250 Intensivbetten belegt sind, erwägen wir, erste Kontaktbeschränkungen für ungeimpfte Erwachsene zu erlassen.“ Diese könnten sich nach den Begrenzungen im ersten und zweiten Lockdown richten. Möglich sei, dass sich dann nur noch zwei Haushalte miteinander treffen dürften. Auch sei ein Besuchsverbot von Restaurants und Konzerten für Ungeimpfte im Gespräch.

Lob für geplante 2G-Regel kommt aus der CDU

Der Vorstoß habe demnach bislang viel Zuspruch hervorgerufen. „Wenn es auf die Intensivstationen durchschlägt, muss man handeln. Es wäre falsch, dann alle in Mithaftung zu nehmen, auch die Geimpften – deshalb wird es für Ungeimpfte andere Regeln geben als für Geimpfte.“, sagte etwa Baden-Württembergs CDU-Chef Thomas Strobl gegenüber der Zeitung.

Auch der Virologe Klaus Stöhr lobt den Vorschlag: „Endlich einmal Krisenkommunikation, bei der vorab Grenzwerte und die dazugehörigen Bekämpfungsschritte genannt werden.“ SPD und FDP hätten demnach allerdings Kritik an dem Vorschlag geäußert.

Der von Lahl genannte Grenzwert der Intensivbettenbelegung könnte laut Landesgesundheitsamt schon in einer Woche erreicht sein. Derzeit werden in Baden-Württemberg rund 100 Covid-Intensivpatienten behandelt.