Eberswalde - Mehr als viereinhalb Jahre nach dem Badetod einer Berliner Grundschülerin beginnt am Donnerstag (10 Uhr) der Prozess gegen vier Lehrerinnen vor dem Amtsgericht Eberswalde (Barnim). Die Staatsanwaltschaft hat die vier Frauen im Alter von 30 bis 51 Jahren wegen fahrlässiger Tötung durch Unterlassen angeklagt.

Die Siebenjährige war im Juni 2016 auf einer Klassenfahrt am Werbellinsee, als ihr lebloser Körper aus dem See geborgen wurde. Noch am Abend starb das Kind im Krankenhaus. Im Prozess muss nun geprüft werden, ob die vier Lehrerinnen ihre Aufsichtspflichten verletzt haben. Die Neuköllner Schülerin konnte nicht schwimmen.

Das Verfahren hatte bereits im Februar 2020 begonnen, musste aber wegen der Corona-Pandemie kurze Zeit später ausgesetzt werden, weil die Säle des Amtsgerichtes nicht groß genug sind, um den Abstand einzuhalten. Daher muss der Prozess jetzt völlig neu aufgerollt werden.

Das Gericht habe nun eine Möglichkeit gefunden, sagte Direktor Johannes Wolfs. In einem Nebengebäude auf einem ehemaligen Kasernengelände, das zum neuen Amtsgericht ausgebaut wird, soll in einem Dachgeschoss verhandelt werden. „Dort haben wir viel Platz, um ausreichend Abstand einzuhalten“, so Wolfs. Den Raum mit einer Fläche von rund 250 Quadratmetern habe man mit Plexiglasscheiben ausgestattet. Für das Verfahren hat das Gericht mehr als zehn Termine bis in den Mai hinein angesetzt. Bislang hatten sich die vier Angeklagten nicht zum Vorfall vor Gericht geäußert.