BerlinDie Deutsche Bahn will 2024 probeweise einen Wasserstoffzug im Raum Tübingen testen. Der Zug soll eine Reichweite von 600 Kilometern haben. Den Angaben zufolge sollen auf lange Sicht Dieselzüge ersetzt werden, um die Klimabilanz des Unternehmens zu verbessern.

Die Bahn will 2050 klimaneutral unterwegs sein, wofür eigenen Angaben nach unter anderem 1300 Dieseltriebzüge ersetzt werden müssen. 39 Prozent des Schienennetzes, insgesamt rund 13.000 Kilometer, haben demnach bisher keine Oberleitung, also keinen Stromanschluss. Die Elektrifizierung geht bisher nur langsam voran, die Strecken ohne Stromanschluss seien aber auch nicht besonders stark befahren, hieß es.

Experimente mit Batterien und Fetten

Für betroffene Abschnitte testet die Bahn auch sogenannte Hybrid-Lokomotiven mit Diesel und Batterie, zudem soll es reine Batteriezüge geben. Experimentiert wird auch mit sogenanntem Öko-Diesel aus Altfetten. Der Ökostrom-Anteil bei der Bahn liegt derzeit bei 60 Prozent, 2038 sollen es 100 Prozent sein.

Die Bahn gab an, für den Probebetrieb des Wasserstoffzugs ihr Instandhaltungswerk in Ulm umzurüsten und eine mobile Wasserstofftankstelle einzurichten. Der Wasserstoff soll in Tübingen mit Ökostrom hergestellt werden und der entsprechende Zug ein Jahr lang einen Dieseltriebwagen zwischen Tübingen, Horb und Pforzheim ersetzen. Das ermögliche es, 330 Tonnen Kohlendioxid im Jahr einzusparen, so das Unternehmen.