Berlin - Der fünftägige Streik der Lokführergewerkschaft GDL bei der Deutschen Bahn ist beendet. Das sagte eine Sprecherin der Bahn nach dem planmäßigen Ende des Arbeitskampfes in der Nacht zum Dienstag. Im Laufe des Tages werde wieder ein weitgehend normaler Betrieb für Bahnreisende erwartet, so die Bahnsprecherin. Kunden wird empfohlen, sich vor Fahrtantritt über die Website, die App oder telefonisch zu informieren, ob ihr Zug wie geplant fährt. In Berlin kann es am Dienstagmorgen noch zu Verspätungen und Ausfällen im S- Bahnnetz kommen. Das teilte die S-Bahn per Twitter mit.

Der Personenverkehr war in Deutschland wegen des Streiks seit Donnerstagfrüh stark eingeschränkt, der Güterverkehr seit Mittwochnachmittag. Die Bahn hatte eigenen Aussagen zufolge über das Wochenende zumindest jeden dritten Fernzug planmäßig fahren lassen. Der Nahverkehr in den östlichen Bundesländern war besonders hart vom Streik betroffen. Hier verkehrten laut Bahn nur etwa 15 bis 20 Prozent der Regional- und S-Bahnen. Im bundesweiten Durchschnitt war ein Grundangebot von etwa 40 Prozent des normalen Nahverkehrs unterwegs.

GDL-Chef Weselsky: „Nach dem Streik ist vor dem Streik“

Es war der dritte Ausstand im aktuellen Tarifstreit, erstmals hatte sich der Streik über ein ganzes Wochenende gezogen. Eine Annäherung zwischen Bahn und GDL ist nicht in Sicht. „Nach dem Streik ist vor dem Streik“, hatte der Vorsitzende der Lokführergewerkschaft GDL, Claus Weselsky, am Montag vor Mitgliedern am Berliner Hauptbahnhof gesagt.

Die Gewerkschaft kämpft um mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen für ihre Mitglieder. Mit dem fünftägigen Streik wollte die GDL ihren Forderungen nach insgesamt 3,2 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von 28 Monaten sowie einer Corona-Prämie von 600 Euro mehr Nachdruck verleihen. Gestritten wird zudem über die künftige Form der Altersvorsorge. Die Deutsche Bahn hatte ursprünglich eine deutlich längere Laufzeit von rund 40 Monaten angestrebt. Mit einem neuen Angebot Ende der vorigen Woche hat das Unternehmen 36 Monate Laufzeit in Aussicht gestellt sowie eine Corona-Prämie von bis zu 600 Euro.

Nachdem GDL-Chef Weselsky diese Offerte abgelehnt hatte, versuchte die Bahn, noch vor dem Wochenende das Ende des Ausstands mit juristischen Mitteln herbeizuführen. Der Konzern scheiterte damit aber vor dem Arbeitsgericht Frankfurt/Main sowie in zweiter und letzter Instanz vor dem hessischen Landesarbeitsgericht.