Wirbel um Gerichtsurteil: Gilt 2G bald auch im Einzelhandel?

Eine Einzelhändlerin in Hessen ist erfolgreich vor Gericht gezogen. In ihr Geschäft dürfen jetzt nur noch Geimpfte und Genesene. Wird dieses Modell zum Vorbild?

Der Handelsverband Deutschland (HDE) begrüßt die Entscheidung vom Frankfurter Verwaltungsgericht. Die Klägerin hat erwirkt, dass sie in ihrem Geschäft die 2G-Regel umsetzen darf. (Symbolbild)
Der Handelsverband Deutschland (HDE) begrüßt die Entscheidung vom Frankfurter Verwaltungsgericht. Die Klägerin hat erwirkt, dass sie in ihrem Geschäft die 2G-Regel umsetzen darf. (Symbolbild)Sabine Gudath

Berlin-In Hessen dürfen Einzelhändler künftig selbst entscheiden, ob sie ungeimpften Kunden den Zutritt zu ihrem Laden verwehren. Den Auslöser dafür bot eine Einzelhändlerin für Grills und Grillzubehör, die gegen die 3G-Regeln (Kunden müssen entweder geimpft, genesen oder getestet sein) geklagt und vom Frankfurter Verwaltungsgericht Recht bekommen hatte.

In ihrem Geschäft greift nun die 2G-Regel: Hinein dürfen nur noch Kunden, die entweder vollständig geimpft oder von Corona genesen sind. Getestete müssen draußen bleiben. Im Gegenzug entfällt in dem Geschäft die Maskenpflicht – für die Mitarbeiter und Kunden werden offenbar wieder normale Einkaufs-und Beratungsmöglichkeiten gewährt.

2G bald auch bei Edeka, Rewe, Lidl und Co?

Der Fall schlägt einige Wellen: Es drängt sich die Frage auf, ob die 2G-Regel eventuell bald auch bei den großen Supermarktketten – Rewe, Edeka, Lidl und Co. – gilt. Noch sind dort in erster Linie Abstandsregeln und Maskenpflicht obligatorisch. Eine Aufweichung oder Verschärfung der Regeln ist Sache der Länder. Grundsätzlich gilt: Steigen die Fallzahlen, werden die Maßnahmen verschärft.

Laut Welt begrüßt der Handelsverband Deutschland (HDE) das beschriebene Urteil. Es lasse „den Händlern die Wahl, ob sie eine 2G-Regelung anwenden wollen oder eben nicht“, wird Handelsverbandschef Stefan Genth zitiert. Der Verband rechne allerdings nicht mit einer bundesweiten Verschärfung der Regeln. Die Maßnahmen sind letztlich von der Corona-Lage vor Ort abhängig – sie bestimmt, ob strengere Regeln nötig sind oder nicht.