13 Männer aus Nordrhein-Westfalen sitzen auf Mallorca in Untersuchungshaft. Den Mitgliedern einer Kegelgruppe wird vorgeworfen, mit Zigarettenkippen und Alkohol einen Brand in der Ballermann-Bar „Why not“ verursacht zu haben. Nun hat sich der Anwalt der Männer an die Öffentlichkeit gewandt. Neue Indizien sollen die Unschuld der Deutschen belegen.

Strafverteidiger Raban Funk erklärte gegenüber RTL, ihm liege Videomaterial vor, das beweise, dass die Männer den Kneipenbrand nicht verursacht hätten. Er hält es zudem für sehr unwahrscheinlich, dass seine Mandaten brennende Zigaretten auf das Dach der Bar geschnipst haben könnten. Die Balkone der Hotelzimmer der Männer seien etwa 15 bis 18 Meter entfernt von dem Schilfdach gewesen, so Funk. Von dem Standort aus sei es ausgeschlossen, dass eine Kippe dorthin hätte fliegen können.

Mallorca: Video soll zeigen wie Männer Flüssigkeit auf Dach gießen

Dem Verteidiger nach soll ein Video vorliegen, das die eigentlichen Täter zeigen soll: zwei Männer am Rand eines Balkons direkt neben der Bar, die kurz vor Ausbruch des Feuers eine Flüssigkeit auf das Dach gießen sollen.

Die Bild-Zeitung berichtet von Chat- und Sprachnachrichten der Beschuldigten, die belegen sollen, dass die Deutschen während des Feuers andere Gäste warnten. Mehrere von ihnen sollen Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Münster sein.

Brand auf Mallorca: Mindestens 150.000 Euro Schaden

Die Deutschen, die laut Medien fast alle zwischen 24 bis 29 Jahre alt sind, werden beschuldigt, kurz nach ihrer Ankunft auf der Insel bei einer Party auf zwei Balkonen ihrer Hotelzimmer in unmittelbarer Nähe des Ballermanns Zigarettenkippen auf das Terrassendach der Gaststätte geworfen und auch Alkohol darauf gegossen zu haben. Das Dach aus Schilfrohr fing Feuer.

Nach Medienberichten beschädigten die Flammen das Lokal und auch eine weitere Bar sowie eine angrenzende Wohnung und das Hotel. Es ist von einem Sachschaden von mindestens 150.000 Euro die Rede. Zwei Menschen, ein Mann und ein junges Mädchen, seien dabei leicht verletzt worden.

Den Deutschen drohen mehrjährige Haftstrafen. Wie schwer der zuständige Untersuchungsrichter den Fall einschätzt, beweist die Tatsache, dass er den Verdächtigen keine Freilassung auf Kaution gewährte. Die Beschuldigten sollen bei ihrem Verhör durch den Richter von ihrem Recht Gebrauch gemacht haben, nicht auszusagen. Der Richter gehe von „gemeinsamer Verantwortung“ aus, schrieben die Zeitung Diario de Mallorca und andere Medien unter Berufung auf die Justiz. Der Richter werfe den Deutschen mangelnde Kooperationsbereitschaft vor. (mit dpa)