Berlin - Nach einem Einbruch in die Asservatenstelle des Hauptzollamtes der Hauptstadt hat der Prozess gegen sechs Männer und eine Frau vor dem Landgericht begonnen. Mindestens 5,2 Millionen bereits beschlagnahmte Zigaretten und 8 Tonnen Wasserpfeifentabak wurden Ermittlungen zufolge gestohlen . Der Schaden beträgt demnach etwa zwei Millionen Euro

Der erste Prozesstag am Mittwoch endete noch vor Verlesung der Anklage. Verteidiger hatten kritisiert, dass die Corona-Abstandsregeln nicht an allen Plätzen im Gerichtssaal einzuhalten seien. Nach Feststellung der Personalien der Angeklagten vertagte das Gericht die Verhandlung.

Den Angeklagten im Alter zwischen 23 und 47 Jahren werden schwerer Bandendiebstahl und Steuerhehlerei vorgeworfen. Mehrere Bandenmitglieder sollen im Januar in das Lager des Amtes in Hohenschönhausen eingebrochen sein und dort Waren mit einem Gesamtgewicht von 12 Tonnen entwendet haben. Das Diebesgut sei mit Lastwagen abtransportiert worden und zum Teil auf einem nahen Industriegelände zwischengelagert worden sein, hieß es.

Ermittler sollen nach Hinweisen einen Scheinankauf für den Tabak in die Wege geleitet haben. Dabei sei die Ladung dann erneut beschlagnahmt worden. Auch wenn nicht alle Angeklagten an dem Diebstahl beziehungsweise dem nachfolgenden Scheingeschäft beteiligt gewesen seien, hätten sie in der Gruppe wichtige Funktionen gehabt, hieß es weiter. Sie sollen beispielsweise Tatfahrzeuge und Zwischenlager angemietet oder das Scheingeschäft abgesichert haben. Für den Prozess sind 20 weitere Verhandlungstage bis zum 19. März 2021 vorgesehen.