Berlin - Das Bundeskriminalamt (BKA) und der Brandenburger Verfassungsschutz warnen vor künftigen blutigen Revierkämpfen in Berlin. Nach dem jüngsten Gewaltausbruch zwischen Tschetschenen und einem arabischen Clan erklärte BKA-Experte Markus Koths in den „Tagesthemen“: Gerade die vergangenen Monate hätten gezeigt, „dass wir jederzeit mit derartigen Entwicklungen rechnen müssen, mit Gewalt-Eskalationen“.

Vorläufig allerdings scheint ein wenig Ruhe eingekehrt zu sein zwischen Tschetschenen und arabischen Clans in Berlin: Im November seien keine weiteren Angriffe bekannt geworden, sagte ein Polizeisprecher am Freitag, knapp drei Wochen nach den Vorfällen mit zahlreichen Verletzten in Neukölln und Gesundbrunnen. Ob weitere Angreifer inzwischen identifiziert wurden, wollte die Polizei mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen des Landeskriminalamtes (LKA) nicht sagen. Es gehe um eine untere zweistellige Gesamtzahl von Verdächtigen auf beiden Seiten.

Am 7. November überfiel eine Gruppe Tschetschenen mit Schlagstöcken und Messern einen Spätkauf in Neukölln, der mit einem bekannten Clan in Verbindung stehen soll. Es gab mehrere Verletzte. Noch am gleichen Abend und am nächsten Tag prügelten Männer am Bahnhof Gesundbrunnen im Norden Berlins auf Männer aus der tschetschenisch-russischen Szene ein. Dann tauchten im Internet Fotos und ein Video von einem angeblichen Friedensgespräch zwischen Abgesandten der gegnerischen Banden und einem prominenten Boxer als Vermittler auf.