Nach einem Banküberfall in Berlin-Friedrichshain vor sechs Monaten hat der Angeklagte gestanden. Er schäme sich für das, was er getan habe, erklärte der 34-Jährige am Donnerstag zu Prozessbeginn am Landgericht der Hauptstadt. Laut Ermittlungen hatte er in einer Filiale eine Mitarbeiterin bedroht und 5000 Euro erbeutet. Die Anklage lautet auf schwere räuberische Erpressung.

Der damalige Sicherheitsmitarbeiter hatte am frühen Nachmittag des 14. Juli 2021 eine Bankfiliale betreten und einer Mitarbeiterin an einem Auszahlungsschalter einen Zettel mit einer handschriftlichen Forderung vorgelegt. 5000 Euro habe er verlangt und mit Gewalt gedroht. Dabei habe er einen Gegenstand, der für die Mitarbeiterin wie eine Schusswaffe ausgesehen habe, ein Stück aus seiner Bauchtasche gezogen. Aus Angst habe die Frau die Summe übergeben.

Angeklagter: Arbeitsbelastung führte zu Drogenkonsum

Der Angeklagte erklärte, er habe damals dem Druck der Arbeit als Sicherheitskraft in einem Supermarkt nicht mehr standhalten können und deshalb verstärkt Drogen konsumiert. Er sei von Gegnern der Corona-Schutzmaßnahmen beleidigt, bespuckt und auch geschlagen worden. Um sich Geld für seinen Alkohol- und Drogenkonsum zu beschaffen, habe er den Überfall begangen. Die Tat sei nicht geplant gewesen – in Dienstkleidung, erheblich alkoholisiert und ohne Schusswaffe sei er in die Bank gegangen.

Der 34-Jährige ist einschlägig vorbestraft. Derzeit verbüßt er eine Haftstrafe von dreieinhalb Jahren, weil er bereits im November 2019 eine Bankfiliale in Berlin-Friedrichshain überfallen hatte. Der Prozess wird am 27. Januar fortgesetzt.