Atlanta -   Baseball-Ikone Hank Aaron ist tot. Er starb am Freitag im Alter von 86 Jahren, wie sein ehemaliger Club, die Atlanta Braves, und die Major League Baseball mitteilten. Aaron, der als Schwarzer in den USA rassistische Anfeindungen zu spüren bekommen hatte, erzielte in seiner Karriere insgesamt 755 Homeruns. Die Rekordmarke aus dem Jahr 1976 galt lange als unerreichbar.

„Seine monumentalen Erfolge als Spieler wurden nur von seiner Würde als Mensch und seiner Integrität übertroffen“, sagte MLB-Boss Rob Manfred in einer Mitteilung. „Wir sind über den Tod unseres geliebten Hank am Boden zerstört“, sagte der Braves-Vorsitzende Terry McGuirk und sprach von einem „Leuchtturm“. Aaron sei nicht nur ihre Ikone gewesen, sondern eine für die gesamte Major League Baseball und auf der ganzen Welt.

Erst 31 Jahre nach Aarons legendärem und historischem 755. Homerun brach Barry Bonds 2007 die Rekordmarke und steigerte sie letztlich auf 762. Bonds war aber eine der Schlüsselfiguren im 2003 aufgedeckten Balco-Doping-Skandal. Ihm wurde Meineid in vier Fällen sowie Behinderung der Justiz vorgeworfen. Wegen Justizbehinderung wurde Bonds schuldig gesprochen, das Urteil jedoch im vergangenen Frühjahr von einem Berufungsgericht aufgehoben.

Für viele gilt noch immer Aaron als der Homerun-König. 1982 war er mit einer überwältigenden Mehrheit an Stimmen in die Hall of Fame im Baseball aufgenommen worden. Zu seinen Ehren wurde 1999 von der MLB der Hank Aaron Award ausgerufen. 2002 zeichnete der damalige amerikanische Präsident George W. Bush Aaron mit der „Presidential Medal of Freedom“ aus. Aaron habe Armut und Rassismus überwunden, um einer der erfolgreichsten Baseball-Spieler aller Zeiten zu werden.