Die zum deutschen Tengelmann-Konzern gehörende Baumarktkette Obi hat ihre russische Tochtergesellschaft dortigen Medien zufolge an einen russischen Investor verkauft. Die Nachrichtenagentur Tass berichtete am Dienstag unter Verweis auf den zuständigen Anwalt, Dmitri Galanzew, von einer entsprechenden Vereinbarung. Der Name des Investors und der Kaufpreis wurden zunächst nicht genannt.

Wie die Zeitung Wedomosti berichtete, wird das Unternehmen bis zur Abwicklung des Verkaufs von der Beratungsgesellschaft Audit Group verwaltet. Der Chef von Audit Group sagte der Nachrichtenagentur Ria Nowosti, „die ausländische Firmenleitung“ habe den Verkauf der Tochtergesellschaft beschlossen. „Es gibt einen nationalen Investor, aber wir dürfen seinen Namen nicht ohne seine Zustimmung nennen, ebenso wenig können wir die finanziellen Bedingungen der Transaktion kommentieren“.

Obi hatte im März dauerhafte Schließung russischer Filialen verkündet

Die deutsche Obi-Leitung hatte im März die dauerhafte Schließung der Filialen in Russland verkündet. Wedomosti berichtete daraufhin von einem „schweren Konflikt zwischen der russischen Obi-Führung und dem deutschen Mehrheitsaktionär“. Demnach waren die Geschäfte in Russland nach der verkündeten Schließung noch mehr als eine Woche lang geöffnet geblieben.

Im März hatten die russischen Behörden eine „strenge Kontrolle“ der ausländischen Firmen angekündigt, die wegen des russischen Militäreinsatzes in der Ukraine ihre Tätigkeiten eingestellt haben. Ohne das Wort „Verstaatlichung“ in den Mund zu nehmen, hatte sich Präsident Wladimir Putin dafür ausgesprochen, „externe“ Verwalter einzusetzen, „um (die Unternehmen) denen zu überlassen, die sie betreiben wollen“.