Berlin - Berlins bislang längste Fahrradstraße entsteht im Stadtbezirk Neukölln. Nach Fertigstellung im Jahr 2024 soll sie auf der Weserstraße über 2,5 Kilometer parallel zur Sonnenallee verlaufen, wie Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) am Montag anlässlich des ersten Spatenstichs mitteilte. Radfahrer können dann zwischen Kottbusser Damm und dem S- und U-Bahnhof Sonnenallee eine 5,5 Meter breite asphaltierte Fahrbahn nutzen. Autos sind dort dann weitgehend tabu, für Anwohner, Liefer- oder Rettungsfahrzeuge sollen aber Ausnahmen gelten.

Der erste Bauabschnitt zwischen Pannierstraße und Fuldastraße soll bereits Ende diesen Jahres fertig sein, wie Hikel ergänzte. Im Zuge der insgesamt 3,7 Millionen Euro umfassenden Baumaßnahme werden auch die Gehwege erneuert und neue Bäume in der Weserstraße gepflanzt. „Mit der Fahrradstraße leisten wir einen wichtigen Beitrag für die Verkehrswende“, sagte Hikel.

Opposition kritisiert Mobilitätsgesetz

Vor drei Jahren hatte das Berliner Abgeordnetenhaus mit rot-rot-grüner Mehrheit erste Abschnitte eines Mobilitätsgesetzes beschlossen, um die Verkehrswende weg vom Auto rechtlich abzusichern und unter anderem den Ausbau der Radinfrastruktur zu beschleunigen. Radfahrer wie auch Fußgänger sowie Busse und Bahnen haben nun per Gesetz Vorrang vor Autos.

Gleichwohl geht die Verkehrswende in der Hauptstadt langsamer voran als von vielen gedacht. Oliver Friederici, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, nannte das Mobilitätsgesetz daher „Augenwischerei“. So sei noch immer kein einziger Schnellradweg fertiggestellt.

Der verkehrspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Harald Moritz, verwies dagegen auf diverse neue geschützte Radwege und sogenannte Pop-up-Radwege, die in der Corona-Krise zunächst provisorisch auf Straßen entstanden und nun vielfach bleiben sollen. „Unser Versprechen: Wir bleiben dran – gegen alle Widerstände aus allen anderen Parteien und aus der Autolobby“, so Moritz.