Rosenheim - Ein falscher Arzt soll in zwei bayerischen Impfzentren tätig gewesen sein. Der 49-Jährige sei von Januar bis März an über 1300 Impfungen im Impfzentrum Rosenheim beteiligt gewesen, teilte das Polizeipräsidium Oberbayern Süd am Dienstag mit. Dabei habe er die Patienten aber nur aufgeklärt, die Impfungen habe er an medizinische Fachkräfte delegiert.

In Karlsfeld im Landkreis Dachau habe der Mann selbst etwa 40 bis 50 Menschen Impfstoff gespritzt. Dabei sei es aber zu keinen gesundheitlichen Komplikationen gekommen, die nicht typische Nebenwirkungen waren. Die Polizei versucht nun herauszufinden, ob der Mann sich noch woanders als Arzt ausgab.

Der 49-Jährige kam in Untersuchungshaft. Ihm werden Urkundenfälschung, Betrug und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Laut Polizei drohen dem Mann bis zu 15 Jahre Haft. Auf die Spur des Verdächtigen kamen die Ermittler durch den Malteser Hilfsdienst, der das Impfzentrum in Rosenheim betreibt.