Die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU)
Foto: imago images/Sachelle Babbar

MünchenDie bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) war laut Süddeutscher Zeitung früher als bislang bekannt über die Probleme bei Corona-Tests für Reiserückkehrer informiert. Demnach ging am Montag vergangener Woche eine entsprechende E-Mail aus dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit an Humls Büro und weitere Adressaten im Ministerium.

Darin soll das Laborunternehmen Eurofins, das die Tests an drei bayerischen Autobahnen auswertet, von großen Problemen berichtet haben. Konkret sei es um mehr als 40.000 Proben und 338 positive Fällen gegangen, die noch nicht übermittelt werden konnten. Als Huml am Mittwoch öffentlich über das Problem informierte, waren die Zahlen auf 44.000 Proben und mehr als 900 Positivbefunde gestiegen.

Ministerin bestätigt Erhalt der Mail

„Diese E-Mail ging an unser Haus“, bestätigte die Ministerin gegenüber der Zeitung. Sie blieb aber bei der Aussage, die „Gesamtsituation“ der Testprobleme sei erst zwei Tage später deutlich geworden. „Es gibt nichts, wo man irgendwas verschleiern oder verzögern wollte“, so Huml. Das Unternehmen habe in der Mail die Hoffnung geäußert, schnell eine Lösung für die Probleme zu finden. Erst am Mittwoch sei dann klar gewesen, dass die Versuche nicht fruchteten.

Bis heute sind offensichtlich nicht alle der mehr als 900 positiv Getesteten, die zunächst nicht informiert wurden, über das Testergebnis unterrichtet. Die Suche nach 46 Personen, die nicht ermittelt werden konnten, hat das Ministerium der Süddeutschen Zeitung zufolge anscheinend eingestellt. Ein Sprecher sagte demnach, die Daten der Betroffenen seien „ohne Erfolg überprüft worden“.