Sexismus-Vorwürfe in Bayreuth: Jetzt ermittelt der Staatsanwalt

Frauen hatten anonym von Übergriffen und Anzüglichkeiten im Zusammenhang mit den Bayreuther Festspielen berichtet. Nun leitet die Justiz ein Ermittlungsverfahren ein.

Bei der Eröffnung der Bayreuther Richard-Wagner-Festspiele waren hochkarätige Gäste geladen – etwa Markus Söder (CSU) und Ex-Kanzlerin Angela Merkel (CDU).
Bei der Eröffnung der Bayreuther Richard-Wagner-Festspiele waren hochkarätige Gäste geladen – etwa Markus Söder (CSU) und Ex-Kanzlerin Angela Merkel (CDU).dpa/Daniel Löb

Nach Sexismus-Vorwürfen bei den Bayreuther Festspielen ermittelt die Staatsanwaltschaft. „Das Ermittlungsverfahren wurde aufgrund der medialen Berichterstattung von Amts wegen eingeleitet“, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Bayreuth am Mittwoch und bestätigte Medienberichte. „Das Verfahren läuft derzeit gegen keine konkrete Person, sondern gegen Unbekannt.“ Eine Strafanzeige liege bislang nicht vor, sagte der Sprecher.

Im Nordbayerischen Kurier hatten Frauen in der vergangenen Woche anonym berichtet, dass sie auf dem Grünen Hügel angefasst wurden oder sich sexuelle Anzüglichkeiten anhören mussten. Festspiel-Chefin Katharina Wagner bestätigte, dass auch sie selbst betroffen war: „Sexuelle Anzüglichkeiten und teilweise Übergriffe in gewisser Weise ja“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. „Ich habe mich aber zu wehren gewusst.“ Sie fügte hinzu, sie habe „sehr, sehr deutlich gehandelt“.

Festival-Leitung schockiert: „Ungeheure Vorwürfe“

„Schockiert“ sei sie von Berichten über Übergriffe, Beleidigungen und Anzüglichkeiten, sagte Wagner. Die Festspiele kündigten Konsequenzen an. „Das sind ungeheure Vorwürfe“, sagte der Vorsitzende des Verwaltungsrates, Georg von Waldenfels. Es gebe „gar kein Vertun, dass wir mit allem Ernst und aller Unnachgiebigkeit dem nachgehen werden“.

Die Bayreuther Festspiele waren am Montag mit einer Neuinszenierung von „Tristan und Isolde“ gestartet.