Der Chef des Medizintechnik-Herstellers Dräger hat sich ablehnend zu einer Krankenhausbehandlung von schwer an Covid-19 erkrankten Impfverweigerern geäußert. Im Interview mit der Welt sagte Stefan Dräger am Donnerstag unter der Voraussetzung, dass jeder Bürger ein Impfangebot erhält: „Wenn er das ablehnt, gilt dies automatisch als eine Patientenverfügung darüber, bei einer Erkrankung durch das Virus auf eine Behandlung im Krankenhaus zulasten der Allgemeinheit zu verzichten.“

Als Grund für seine Haltung nennt Dräger die mögliche Vermeidung einer Überlastung von Krankenhäusern. Der Vorstandsvorsitzenden des weltweit größten Produzenten für Beatmungstechnik auf Intensivstationen ist dem Interview zufolge der Ansicht, dass derzeit eine große schweigende Mehrheit in Deutschland unter einer uneinsichtigen Minderheit leide.

Boris Palmer will Patientenverfügung von Impfverweigerern

Immer wieder flammte in den letzten Monaten die Debatte um die Krankenhausbehandlung von Impfverweigerern in Krankenhäusern auf. So hatte beispielsweise Boris Palmer (Grüne) ähnliche Pläne befürwortet. Der Oberbürgermeister von Tübingen schrieb im November auf seiner Facebook-Seite: „Liebe Impfgegner, unterschreibt eine Patientenverfügung, dass ihr auf Krankenhausbehandlung verzichtet. Dann können wir alle Corona-Maßnahmen aufheben. Denn für die Geimpften haben wir genug Personal und Betten. Ungeimpfte brauchen eben zehnmal häufiger ein Intensivbett.“

Auch die Debatte um eine allgemeine Impfpflicht nimmt weiter Fahrt auf. Zuletzt hatte Markus Söder (CSU) angekündigt, die einrichtungsbezogene Impfpflicht, die unter anderem für Pflegekräfte ab dem 16. März gelten soll, auszusetzen. Wenn im März im Bundestag die allgemeine Impfpflicht beschlossen würde, könnte sie ab Oktober greifen. Dies hat die FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann jüngst vorgeschlagen.