Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD).
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PotsdamNachdem in Brandenburg das bundesweit einheitliche Beherbergungsverbot für Touristen aus Corona-Hotspots in Kraft getreten ist, wirbt die Landesregierung noch einmal um Verständnis für die Maßnahme. Brandenburg sei bisher relativ glimpflich durch die Pandemie gekommen, erklärte Ministerpräsident Dietmar Woidke gegenüber der dpa. Wie schnell neue Hotspots entstehen können, zeigten aber die Entwicklungen in manchen Orten. Deshalb sei ein solches Beherbergungsverbot notwendig. „Dafür bitte ich um Verständnis, denn Gäste sind bei uns willkommen“.

Brandenburgs Kabinett hatte am Freitag beschlossen, keine Reisenden aus Gebieten mit vielen neuen Corona-Infektionen mehr ins Land zu lassen. Das Aufnahmeverbot aus Risikogebieten gilt nicht für Gäste, die schon im Land sind und für diejenigen, die einen negativen ärztlich attestierten Corona-Test haben, der höchstens 48 Stunden vor Anreise gemacht wurde. Einreisen darf auch, wer aus beruflichen oder medizinischen Gründen zwingend notwendig nach Brandenburg kommt.

Das eingeschränkte Beherbergungsverbot gilt in Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen und auf Campingplätzen. Wer seit Samstag (27. Juni) aus einem Kreis oder einer kreisfreien Stadt kommt, in dem oder in der es in sieben Tagen vor der Abreise mehr als 50 neue Infektionen pro 100.000 Einwohner gab, darf ohne negatives Attest nicht mehr einreisen.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums (Stand 28. Juni) gilt diese Regel laut Robert Koch-Institut derzeit nur für den Kreis Güterloh. Woidke kritisierte in diesem Zusammenhang die Stigmatisierung von Menschen aus Gebieten mit vielen Neuinfektionen. „Das darf nicht sein! Nur im 'Miteinander' besiegen wir das Virus.“