Behörde rechnet mit Störungen am Schiffshebewerk Niederfinow

Am neuen Schiffshebewerk in Niederfinow kann es immer wieder zu Störungen kommen. Für Reparaturen fehlen Ersatzteile. 

Ein Ausflugsschiff kommt aus dem neuen Schiffshebewerk gefahren (Luftaufnahme mit einer Drohne).
Ein Ausflugsschiff kommt aus dem neuen Schiffshebewerk gefahren (Luftaufnahme mit einer Drohne).dpa/Patrick Pleul

Niederfinow-Am neuen Schiffshebewerk in Niederfinow rechnen die verantwortlichen Experten immer wieder mit möglichen Störungen. Zudem fehlen Ersatzteile. Das Wasserstraßen-Neuamt Berlin kündigte am Montag an, es wolle die noch auftretenden Störungen bis zum Jahresende 2022 eindämmen.

Am 5. Oktober startete der reguläre Betrieb des Schiffshebewerks im Kreis Barnim. Mit der Anlage überwinden Schiffe auf der Oder-Havel-Wasserstraße in einem riesigen Trog einen Höhenunterschied von 36 Metern.

Fehlende Ersatzteile: Mehrtägige außerplanmäßige Sperrungen möglich

In einer Mitteilung der Behörde vom Montag hieß es, es könne während der Anlaufphase für den Betrieb des neuen Hebewerkes immer wieder zu kurzzeitigen, außerplanmäßigen Störungen kommen. Dann könnten Schiffe das alte Hebewerk daneben nutzen. Mehrtägige, außerplanmäßige Sperrungen ergeben sich laut Behörde aus der fehlenden Verfügbarkeit von Ersatzteilen. Zwar sei vor Ort ein Ersatzteillager errichtet worden, bei aktuellen Lieferzeiten von teilweise über einem Jahr etwa für Antriebskomponenten seien viele Regale aber noch nicht voll aufgefüllt.

Außerdem stehen in den kommende Wochen geplante Sperrungen für Überprüfungen an: Im Zeitraum vom 7. bis 12. November 2022 und vom 21. November bis 4. Dezember 2022 wird das neue Hebewerk nicht nutzbar sein. Unter anderem werden die Tragseile geprüft und umfangreiche Messungen vorgenommen. Am alten Schiffshebewerk steht zudem vom 2. Januar bis 26. Februar 2023 die planmäßige Wintersperre für die Wartung an.

Vor kurzem konnte ein Fahrgastschiff im Trog des Hebewerks wegen einer Störung nicht wieder hinausfahren. Die rund 500 Millionen Euro teure Anlage war erst nach langer Bauverzögerung in Betrieb gegangen. Pro Jahr werden in Niederfinow nach Behördenangaben bis zu 12.000 Wasserfahrzeuge geschleust, neben Güter- und Fahrgastschiffen unter anderem auch Sportboote.