BerlinIm ersten Halbjahr 2020 wurden nach Angaben des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg im Land Berlin 685 Insolvenzverfahren gegen Unternehmen registriert. Das waren rund 7 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Die Effekte der Corona-Pandemie auf die Anzahl der Insolvenzen können noch nicht ermessen werden. Zum einen gibt es laut Amt für Statistik einen erheblichen Zeitverzug durch die Bearbeitungszeit von der Beantragung bis zur Eröffnung eines Verfahrens beim Insolvenzgericht. Darüber hinaus wirken die Soforthilfemaßnahmen des Bundes und der Länder und die im März 2020 in Kraft getretene und vorerst bis 30. September geltende Aussetzung der Insolvenzantragspflicht für Unternehmen. Teilweise gebe es auch eine eingeschränkte Arbeitsfähigkeit der Insolvenzgerichte, die sich verzögernd auf das Insolvenzgeschehen auswirke.

Die meisten Unternehmensinsolvenzen wurden für den Wirtschaftsbereich Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kfz mit 118 Verfahren und offenen Rechnungen in Höhe von 46,3 Millionen Euro registriert. Es folgt das Baugewerbe mit 97 Unternehmenszusammenbrüchen und Gläubigerforderungen in Höhe von 17,6 Millionen Euro.

Im Gastgewerbe mit insolventen Unternehmen waren 13 Millionen Euro offene Forderungen zu verzeichnen. 47 Unternehmen aus dem Bereich Information und Kommunikation hatten Schulden in Höhe von 92,9 Millionen Euro angehäuft.