Dutzende amtliche Stempel der verschiedenen Berliner Verwaltungen sind in den vergangenen Jahren gestohlen oder anderweitig abhanden gekommen. Betroffen gewesen sind mehrere Senatsverwaltungen, aber auch die Bezirke mit ihren Bürgerämtern, Sozialämtern, Standesämtern und Schulen, wie aus einer Antwort des Senats auf eine AfD-Anfrage hervorgeht. Zum Teil gab es Ermittlungen der Polizei zu den Verlusten der sogenannten Dienstsiegel. Mit diesen Stempeln werden meist amtliche Dokumente wie Ausweise oder andere Dokumente als echt gekennzeichnet.

Der größte Fall von Diebstahl ist seit längerem bekannt: 2016 wurden im Bürgeramt Wedding knapp 50 Stempel und Kinderreisepässe, vorläufige Personalausweise und Anwohnervignetten gestohlen. Die Polizei ermittelte lange, fand einen Verdächtigen und übergab die Sache 2021 an die Staatsanwaltschaft.

„Dienstsiegel nach Tod der Dienstkraft nicht auffindbar“

In anderen Bezirken gab es auch Einbrüche in Schulen mit Diebstählen. In Steglitz-Zehlendorf gab es sogar einen Einbruch, bei dem ein Tresor gestohlen wurde. „Täter und Siegel konnten nicht gefunden werden.“ Viele Stempel verschwanden einfach – oder wie es in den Angaben der Bezirke hieß: die Dienstsiegel seien „in Verlust geraten“. Pankow teilte dazu etwa mit: „In vier Fällen war das Dienstsiegel nach Langzeiterkrankung oder Tod der Dienstkraft nicht auffindbar, in einem Fall betrifft es einen unbestätigten Diebstahlsverdacht.“