Berlin - Wenn befürchtet wird, dass ein Bewerber bei der Polizei einem Clan nahesteht, kann das Einstellungsverfahren temporär gestoppt werden. Das gelte bis zur Klärung der Vorwürfe, wie das Verwaltungsgericht am Montag zu seiner Eilentscheidung mitteilte. Damit wurde der Antrag des Bewerbers abgelehnt. Dieser habe Clan-Verbindungen bestritten. Gegen den Beschluss kann Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg erhoben werden.

Der 1998 geborene Kläger hatte sich laut Gericht für den mittleren Polizeivollzugsdienst beworben. Dies wurde mit der Begründung abgelehnt, dass eine große räumliche, freundschaftliche und verwandtschaftliche Nähe zu kriminalitätsbelasteten Milieus festgestellt worden sei. Laut Polizei berge dies – auch wenn der Bewerber strafrechtlich nicht vorbelastet sei – das Risiko eines Interessenkonflikts. Zudem wäre die Einflussnahme Dritter auf den Polizeidienst zu befürchten.

Mögliche Clan-Nähe macht charakterliche Eignung für den Job fraglich

Die 5. Kammer des Verwaltungsgerichts folgte den Argumenten der Polizei. Der Verdacht der Nähe zu kriminalitätsbelasteten Milieus begründe Zweifel an der charakterlichen Eignung eines Bewerbers, so die Richter. Zur Klärung der Vorwürfe müsse der Sachverhalt weiter geprüft werden.

Laut Gericht hatte das Landeskriminalamt eingeschätzt, dass der Bewerber enge Kontakte zu einem Mann hatte, der bislang 29-mal polizeilich in Erscheinung getreten sei, davon in 24 Fällen als Tatverdächtiger von Gewaltdelikten wie Körperverletzung sowie von Betrug, Diebstählen und Bedrohung. Unter den Mittätern seien Personen gewesen, die der Clankriminalität zuzuordnen seien.