Ein Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks (THW) geht mit einem Rettungshund durch ein beschädigtes Gebäude.
Foto: dpa/Georgia Pfleiderer/THW

BeirutVier Tage nach der Explosionskatastrophe im Hafen der libanesischen Hauptstadt Beirut werden noch immer rund 45 Menschen vermisst. Zudem seien 25 Leichen geborgen worden, deren Identität unklar sei, sagte ein Sprecher des libanesischen Gesundheitsministeriums am Sonnabend, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtete. Die Bergungsarbeiten gingen unterdessen weiter. Dabei sind auch Teams aus Deutschland im Einsatz.

Am Sonnabend wurden Opfer der Katastrophe begraben. Tausende Libanesen trauerten um die Opfer und protestierten gegen die politische Elite des Landes. Sie versammelten sich auf dem Märtyrer-Platz im Zentrum der libanesischen Hauptstadt.

Im libanesischen Sender MTV war zu sehen, wie Demonstranten versuchten, die Absperrungen zum Parlament zu durchbrechen. Sprechchöre waren zu hören, unter anderem „Revolution, Revolution“. Eine MTV-Reporterin berichtete, Sicherheitskräfte hätten Tränengas eingesetzt.

Viele Menschen im Libanon machen die Regierung für die Explosion verantwortlich. „Der Aufstand und die Revolution gehen weiter“, sagte einer der Demonstranten zu MTV. Präsident Michael Aoun, Regierungschef Hassan Diab und die gesamte politische Führungsspitze seien für die Katastrophe verantwortlich.

Bei der Explosion am Dienstag waren mehr als 150 Menschen getötet worden, rund 5000 wurden verletzt. Große Teile des Beiruter Hafens sind vollständig zerstört und auch die umliegenden Wohngebiete stark beschädigt, bis zu 250.000 Menschen sind obdachlos. Die Explosion soll durch eine große Menge der hochexplosiven Chemikalie Ammoniumnitrat ausgelöst worden sein, die nach Regierungsangaben über Jahre ohne Sicherheitsvorkehrungen im Hafen gelagert worden war.