Malmö - Der schwedische Künstler und Mohammed-Karikaturist Lars Vilks ist gemeinsam mit zwei Polizeibeamten bei einem schweren Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Ein ziviler Polizeiwagen mit einer unter Schutz gestellten Person und den beiden Personenschützern sei auf der Europastraße 4 in der Nähe von Markaryd im Süden Schwedens mit einem Lastwagen kollidiert, teilte die Polizei am späten Sonntagabend mit. Alle drei seien tot. Bei der Schutzperson handelte es sich um Vilks, wie die Polizei der dpa in Skandinavien bestätigte. Der Künstler stand wegen Morddrohungen von Islamisten seit Jahren unter Polizeischutz. Er wurde 75 Jahre alt.

Es handele sich um einen „unerhört tragischen“ Verkehrsunfall, bei dem Vilks und die beiden Beamten umgekommen seien, schrieb die schwedische Kulturministerin Amanda Lind auf Twitter. Vilks habe seit 2010 ohne Freiheit leben müssen, weil er von seiner Meinungsfreiheit und künstlerischen Freiheit Gebrauch gemacht habe. Es sei unsagbar traurig, dass dies so ende.

Vilks lebe seit Jahren unter Polizeischutz

Der 1946 in Helsingborg geborene Künstler war bekannt für seine Holzskulpturen und dafür, dass er den Propheten Mohammed als Rondellhund abgebildet hatte. Letzteres sorgte dafür, dass er seit Jahren unter Polizeischutz leben musste. Im August 2007 hatte eine schwedische Zeitung erstmals eine der Mohammed-Zeichnungen veröffentlicht. Die Zeichnungen führten zu internationalen Protesten, Vilks wurde so zum Hassobjekt von Islamisten.

Im Zusammenhang mit einer Diskussionsveranstaltung in Kopenhagen wurde 2015 ein Kulturzentrum in der dänischen Hauptstadt beschossen, in dem sich Vilks befand. Es wird davon ausgegangen, dass er Ziel des Terrorangriffs war. Er blieb unverletzt, aber ein Mann starb, mehrere weitere Menschen wurden verletzt.

Die Polizei wollte am Montagvormittag eine Pressekonferenz in Malmö abhalten. Ihren bisherigen Angaben zufolge brannten beide Fahrzeuge nach dem Zusammenstoß am Sonntagnachmittag. Näheres zu dem Unfall sei noch nicht bekannt. Der Lkw-Fahrer sei per Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht worden.