Berlin - Der Moderatorin Enissa Amani droht nach eigenen Angaben eine 40-tägige Freiheitsstrafe wegen Beleidigung des AfD-Politikers Andreas Winhart. Wie Amani bei Twitter mitteilte, wolle sie die Geldstrafe von 1800 Euro – zu der sie verurteilt wurde – nicht zahlen.

Die juristische Auseinandersetzung mit dem AfD-Politiker Winhart reicht mehrere Jahre zurück: Dieser hatte Flüchtlingen bei einer Wahlkampfveranstaltung im September 2018 eine Mitschuld an HIV-, Krätze- und Tuberkulose-Fällen in seinem Landkreis gegeben und auch das N-Wort verwendet. Amani veröffentlichte eine Rede des Politikers auf ihrer Instagram-Seite. Sie habe ihn einen Rassisten genannt und auch beleidigt, so die Moderatorin. Der AfD-Politiker zeigte sie daraufhin wegen Beleidigung an. Wegen dieser Beleidigungen soll Amani nun offenbar 1800 Euro Strafe zahlen – oder für 40 Tage ins Gefängnis. 

Mit ihrer eigenen Strafe hätte sie kein Problem, so Amani. Sie könne jedoch nicht verstehen, warum die Aussagen des AfD-Politikers folgenlos blieben. „Weil ich es nicht verstehen kann, dass in Deutschland 2021 ein Politiker mit einer solchen Menschenverachtenden Aussage straffrei davon kommt und meine Weigerung ein Protest ist.“ Sie würde ihre Geldstrafe zahlen, wenn es ebenfalls Konsequenzen für Winhart gäbe. Sie wolle damit ein Zeichen setzen. 

Enissa Amani ist eine iranisch-deutsche Moderatorin und Komikerin. 2016 moderierte sie auf dem Sender ProSieben ihre erste Late-Night-Show. Im Februar moderierte Amani die Sendung „Die beste Instanz“. Als Antwort auf eine Talkshow, in der über Rassismus diskutiert worden war, ohne dass die Teilnehmer eine besondere Kenntnis dazu hatten.