Belgien hat den letzten sterblichen Überrest des 1961 ermordeten kongolesischen Regierungschefs Patrice Lumumba an die Demokratische Republik Kongo zurückgegeben. In einer Zeremonie in Brüssel wurde den Angehörigen am Montag eine Schatulle mit einem Zahn Lumumbas überreicht. Belgiens Regierungschef Alexander De Croo bat die Familie um Entschuldigung und sprach von einer „moralischen Verantwortung“ seines Landes.

De Croo betonte, es gebe bis heute „keinen Beweis“ für eine aktive Verwicklung der belgischen Regierung oder der Armee in die Ermordung Lumumbas Anfang der 60er Jahre. Die belgischen Verantwortlichen hätten die Tat aber vermutlich verhindern können. An der Zeremonie nahm neben Lumumbas Kindern auch der kongolesische Regierungschef Jean-Michel Sama Lukonde teil.

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Patrice Lumumba (Mitte rechts mit den Händen hinter dem Rücken) einen Tag nach seiner Verhaftung an 2. Dezember 1960.

Der belgische König Philippe hatte bereits vor knapp zwei Wochen bei einem Besuch in der Demokratischen Republik Kongo sein „tiefes Bedauern“ über die Leiden der Kolonialzeit ausgedrückt. Er empfing die Angehörigen Lumumbas nun in seinem Palast.

Lumumba war der erste demokratisch gewählte Regierungschef der langjährigen belgischen Kolonie Kongo. Der erklärte Gegner der Kolonialherren wurde wenige Monate nach seiner Wahl ermordet, sein Leichnam wurde nach Angaben von Zeitzeugen in Säure aufgelöst.

Die belgischen Behörden fanden den Zahn Jahrzehnte später bei Ermittlungen zu Lumumbas Verschwinden. Er soll nun in seine Heimat übergeführt werden. Der Fall belastete bis zuletzt die Beziehungen zwischen Brüssel und Kinshasa.