Berlin - Weil sie sich bei der Berliner Impfstrategie benachteiligt fühlen, haben die ersten chronisch kranken Privatversicherten angekündigt, gegen das Land zu klagen. Das hat der Verband der Privaten Krankenversicherungen (PKV) der Berliner Morgenpost mitgeteilt.

Anders als gesetzlich versicherte chronisch Kranke werden Privatpatienten in Berlin nicht persönlich angeschrieben und zur Impfung eingeladen, sondern müssen sich selbst bei einer Hotline melden, um einen Impfcode zu erhalten. Dabei hatte es in der Vergangenheit Probleme gegeben. Offenbar seien die Mitarbeiter der Hotline mit ihrer Aufgabe überfordert, so der Vorwurf. 

Vorwurf eines Betroffenen: Niemand fühlt sich zuständig

„Die Impfhotline ist immer noch nicht in der Lage, mir einen Impfcode zu geben. Dadurch bekomme ich aber im Umkehrschluss auch keinen Termin zur Corona-Schutzimpfung, wie er mir eigentlich zustehen würde“, sagte ein pensionierter Beamter gegenüber der Morgenpost. Das Impfzentrum, die Bundesauskunftsstelle und seine Versicherung hätten sich jeweils nicht zuständig gefühlt, so der Betroffene weiter.

Berlin ist das einzige Bundesland, das bei der Einladung zu Corona-Impfungen nur mit der regionalen Kassenärztlichen Vereinigung (KV) zusammenarbeitet. Die verfügt jedoch nicht über Informationen zu Privatversicherten. Ihre Abrechnungsdaten werden über andere Systeme gespeichert. Daher könnten für sie derzeit keine Impfcodes erstellt werden.

„Die Gesundheitssenatorin muss sich nun endlich um eine Lösung kümmern, die alle chronisch Kranken mitnimmt und Privatversicherte nicht ausgrenzt. Die momentane Impfstrategie verstößt so jedenfalls gegen die bundesweite Impfverordnung“, sagte Stefan Reker, Sprecher des PKV, der Berliner Morgenpost.

In Berlin gibt es 40.000 chronisch Kranke, die privat versichert sind. Darunter sind auch die Landesbeamten.