Berlin - Kurz nach Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens BER soll es nun zu vorübergehenden Schließungen kommen. Grund dafür: Das geringe Passagieraufkommen im Zuge der Corona-Krise. Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup kündigte am Freitag an, dass ab Dezember die südliche Start- und Landebahn temporär geschlossen werde. Der Verkehr soll dann für unbestimmte Zeit allein über die Nordbahn laufen.

Zudem solle spätestens Ende März das Terminal 5 zunächst für ein Jahr geschlossen werden. „Wir müssen Betriebskosten senken“, sagte Lütke Daldrup nach einer Aufsichtsratssitzung.

Die Passagierzahlen fallen nach Lütke Daldrups Prognose noch schwächer aus als vor wenigen Monaten erwartet. In diesem Jahr werden an den Berliner Flughäfen 9,1 Millionen Fluggäste erwartet, im nächsten Jahr 10 Millionen. Im vergangenen Jahr waren es noch rund 36 Millionen Reisende.

Staat gibt erneut 660 Millionen Euro für den BER

Am Freitag wurde zudem bekannt, dass die Betreiber des neuen Hauptstadtflughafens BER im nächsten Jahr millionenschwere Finanzhilfen von den Ländern Berlin und Brandenburg sowie vom Bund bekommen. „Die Gesellschafter werden uns im nächsten Jahr ein Corona-Darlehen von insgesamt 660 Millionen Euro bereitstellen“, sagte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup am Freitag. Die Verträge seien schon verhandelt.

In der Summe enthalten sind nach Unternehmensangaben auch 108 Millionen Euro, die die Flughafeneigentümer schon vor zwei Jahren für 2021 zugesagt hätten. „Wir arbeiten hart daran, dass es uns gelingt, dieses Geld nicht komplett in Anspruch zu nehmen“, versicherte Lütke Daldrup. Er geht davon aus, dass der neue Flughafen 2025 seine Betriebskosten allein decken kann.