Berlin - Die Pharmahersteller Pfizer und Biontech stehen in der Kritik, weil sie von der EU einen ausgesprochen hohen Preis für ihren Impfstoff verlangt haben sollen. Laut einem Bericht von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung sollen sie ihr Vakzin im vergangenen Juni für 54,08 Euro pro Dosis angeboten haben – bei einer Abnahme von 500 Millionen Dosen. Dies entspreche, so der Bericht weiter, 27 Milliarden Euro für eine Impfstoffmenge, mit der rund die Hälfte der EU-Bürger geimpft werden könnte. Zum Vergleich: Mit 54,08 Euro pro Impfdosis wäre das Vakzin mehr als 20-mal so teuer gewesen wie der Astrazeneca-Impfstoff.

Der Vorsitzende der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft, Wolf Dieter Ludwig, kritisiert diese Preisvorstellung als „unseriös“. „Ich sehe darin ein Profitstreben, das in der jetzigen Situation der Pandemie in keiner Weise gerechtfertigt ist“, so der Mediziner und Pharmakologe. In dem Bericht heißt es weiter, die Preispolitik von Biontech und Pfizer könne womöglich die Zurückhaltung mancher EU-Länder gegenüber dem Impfstoff der Unternehmen im vergangenen Sommer erklären.

Endgültiger Preis liegt deutlich unter dem Ursprungsangebot

Die EU war offenbar in der Lage, beim Vertragsabschluss im November 2020 einen deutlich niedrigeren Preis durchzusetzen. Dieser wird zwar unter Verschluss gehalten, soll laut Bericht aber bei 15,50 Euro pro Impfdosis liegen. Eine Biontech-Sprecherin machte dem Bericht zufolge keine konkreten Angaben zu dem ursprünglichen Preisangebot. Bisher habe das Unternehmen jedenfalls keine Gewinne erzielt. Etwaige Gewinne aus dem Impfstoff-Verkauf wolle man „in die Weiterentwicklung dieser Technologie reinvestieren“, zitiert der Bericht die Firmensprecherin.