Hamburg - Die Bundesregierung hat sich einem Bericht zufolge auf Details für die Regulierung der Flutschäden verständigt. Noch in diesem Jahr sollten 16 Milliarden der 30 Milliarden Euro aus dem Hilfsfonds zur Verfügung stehen, berichtete der Spiegel am Freitag vorab. Aufbauhilfe für Privathaushalte und Unternehmen solle geleistet werden, „soweit die Schäden nicht durch Versicherungen oder sonstige Dritte abgedeckt sind“, heißt es laut Magazin im Gesetzentwurf.

Eine Staatssekretärsrunde aus beteiligten Bundesressorts habe sich am Donnerstag darauf geeinigt, dass durch die Flut geschädigte Unternehmen ein halbes Jahr lang 80 Prozent ihrer Gewinneinbußen ersetzt bekommen sollten. Hauseigentümer sollten 80 Prozent der Kosten erstattet bekommen, die für die Wiederherstellung ihrer zerstörten Gebäude notwendig wären. In Härtefällen sollten sie auch komplett entschädigt werden.

Bürgermeister fordern Sonderwirtschaftszone für Einzugsgebiet der Ahr

Bei Autos oder der Inneneinrichtung von Häusern werde der Zeitwert erstattet, hieß es weiter. Bund und Länder orientierten sich bei ihren Hilfen an einer Elementarversicherung. Wer von den Betroffenen eine solche schon abgeschlossen habe, bekomme aus dem staatlichen Fluthilfefonds die Differenz bis zur vollständigen Erstattung der Schäden ausgezahlt. Umstritten sei noch, ob zerstörte Häuser auch an gefährdeten Stellen wieder errichtet werden dürften. Angestellte geschädigter Unternehmen sollen in Kurzarbeit gehen können und 67 Prozent des Nettolohns vom Staat weiterbezahlt bekommen.

Rund 40 Bürgermeister und Ortsvorsteher aus dem Ahrtal hatten laut Spiegel am Mittwoch in einer Telefonschaltkonferenz mit dem Kanzleramt eine Sonderwirtschaftszone für das Einzugsgebiet der Ahr gefordert. Diese Forderung sei von Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) mit Verweis auf die umfangreichen Hilfen von Bund und Ländern als nicht notwendig abgelehnt worden.

Die Gemeindechefs berichteten von 8800 zerstörten Häusern im Ahrtal. Von 68 Weinbaubetrieben und Kellereien seien 58 zerstört oder nicht mehr erreichbar. Rheinland-Pfalz wolle in den Hochwassergebieten ein Traumazentrum errichten, an dem sich der Bund möglicherweise beteilige. Ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums wollte den Bericht nicht kommentieren. Er verwies am Freitag in Berlin darauf, dass derzeit die Vorbereitungsarbeiten für den Kabinettsbeschluss zur Fluthilfe liefen, der für Mittwoch kommender Woche geplant ist. Klar sei, dass dem Sondervermögen bereits in diesem Jahr Mittel aus dem Bundeshaushalt zugewiesen würden.