Berlin - Der Bau eines zusätzlichen Gebäudes für den Bundestag in Berlin wird einem Bericht zufolge deutlich teurer als bislang erwartet. Für den Erweiterungsbau des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses im Berliner Regierungsviertel wurden bereits rund 256 Millionen Euro herausgegeben, wie das Nachrichtenportal The Pioneer am Mittwoch unter Berufung des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR) berichtete. Ursprünglich seien 190 Millionen Euro für das Bauvorhaben veranschlagt worden.

Insgesamt liegt der genehmigte Kostenrahmen dem Bericht zufolge inzwischen bei rund 332 Millionen Euro. Zwar befänden sich die Arbeiten in der Endphase, fertiggestellt werde der Bau aber erst 2022, nicht mehr in diesem Herbst. Teilbereiche wurden bereits an den Bundestag übergeben. Finanziert wird das Projekt aus Bundesmitteln, benötigt wird der Platz vor allem für zusätzliche Büros von Parlamentariern.

Bund der Steuerzahler: Jahrelange Verzögerungen sind ein „Trauerspiel“

Der Präsident des Bundes der Steuerzahler, Reiner Holznagel, kritisierte die Steigerung der Kosten: „Die jahrelangen Verzögerungen sind ein Trauerspiel“, sagte er zu The Pioneer. Die dringend benötigten Räume würden einfach nicht fertig – „Inzwischen wird schon mehr als einem Jahrzehnt daran gebaut.“ Dies führe längst zu neuen Problemen und Kosten.

An einem schon eingebauten Heizkraftwerk mussten dem Bericht zufolge wegen der Verzögerungen bereits wieder Änderungen vorgenommen werden. Die Technik sei schon wieder überholt. Allein das koste nach Angaben des Bundes vier Millionen Euro. Ursprünglich hätte der Erweiterungsbau bereits 2014 fertiggestellt sein sollen. Hintergrund der Verzögerungen waren den Angaben zufolge unter anderem bauliche Mängel, etwa eine undichte Bodenplatte.