Bericht: CIA warnte Bundesregierung vor Anschlag auf Nord-Stream-Pipelines

Die Anzeichen verdichten sich, dass ein gezielter Anschlag zu den Lecks in den beiden Nord-Stream-Gasleitungen geführt hat.

Aus einem der drei Lecks an den Nord-Stream-Gaspipelines in der Ostsee tritt Gas aus.
Aus einem der drei Lecks an den Nord-Stream-Gaspipelines in der Ostsee tritt Gas aus.Imago/Dänisches Militär

Die USA haben einem Medienbericht zufolge die Bundesregierung bereits vor Wochen vor möglichen Anschlägen auf Gaspipelines in der Ostsee gewarnt. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins Spiegel ging ein entsprechender Hinweis des US-Geheimdienstes CIA im Sommer in Berlin ein. Dem Bericht zufolge hatten mehrere Insider dies bestätigt.

Auf Spiegel-Anfrage habe die Bundesregierung über einen Sprecher lediglich mitgeteilt, dass man die Angelegenheit ernst nehme. Zu Informationen von Geheimdiensten nehme man allerdings „grundsätzlich nicht öffentlich Stellung“.

Nord Stream: Explosion der Stärke 2,3 auf der Richterskala

Die aktuellen Lecks in den Nord-Stream-Pipelines legen den Schluss nahe, dass man die Gefahr unterschätzt hat. In der Bundesregierung herrscht nach dem plötzlichen Druckabfall in den Gaspipelines Nord Stream 1 und Nord Stream 2 die Sorge, dass es sich um einen gezielten Anschlag auf die europäische Gasinfrastruktur und die Gasmärkte handeln könnte. Wie Radio Schweden berichtet, haben schwedische Seismologen herausgefunden, dass an denselben Stellen, an denen in der Nacht das Gas austrat, auch heftige Explosionen stattfanden. Eine Explosion erreichte eine Stärke von 2,3 auf der Richterskala und wurde von 30 Messstationen in Südschweden registriert.

Ein hochrangiger Bundeswehroffizier sagte dem Spiegel: „Die weltweiten Netze unter Wasser sind für die Energieversorgung, aber auch für die Stabilität des Internets enorm wichtig, trotz ihrer Bedeutung aber sind sie bis heute gegen Angriffe oder Sabotageakte fast überhaupt nicht geschützt.“

Der Marine-Inspekteur Jan Christian Kaack deutete erst vor wenigen Tagen in einem Interview mit der Zeitung Welt an, es habe sicherlich einen Grund, wenn russische Unter- oder Überwassereinheiten sich über längere Zeit im Bereich der Infrastruktur der Gaspipelines aufhalten.