Berlin - Deutschland spendet ab sofort alle noch ausstehenden Impfstofflieferungen des Herstellers Astrazeneca an Entwicklungsländer. Dies kündigte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in einem Gespräch mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland an. Auch der Focus hatte berichtet.

Die noch ausstehenden Lieferungen sollen demnach an die Impf-Initiative „Covid-19 Vaccines Global Access“ (Covax) gespendet werden. Die Initiative setzt sich für einen weltweit gleichmäßigen und gerechten Zugang zu Covid-19-Impfstoffen ein und leitet die Impfdosen somit an bedürftige Länder weiter.

Den Anfang sollen 1,3 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffes machen, die ohne Umwege über Deutschland direkt an Covax geliefert werden. „Es ist in unserem ureigenen nationalen Interesse, die Welt zu impfen. Denn diese Pandemie ist erst wirklich vorbei, wenn das Virus weltweit unter Kontrolle ist“, betonte Spahn. Covax habe schon zuvor finanzielle Unterstützung von Deutschland erhalten. „Nun werden wir erstmalig auch Impfdosen aus unseren Verträgen an Covax abgeben“, hieß es weiter.

Auch EU-Staaten erhalten Unterstützung

Um auch weitere EU-Staaten im Kampf gegen das Coronavirus zu unterstützen, verzichtet Deutschland außerdem auf die noch ausstehenden Lieferungen des Herstellers Johnson & Johnson im August. Die 1,7 Millionen Dosen können laut Vertag je nach deutschem Bedarf entweder später geliefert oder an Drittstaaten abgegeben werden.