Bericht: Geheimfirma manipuliert weltweit Wahlen

Laut einer Undercover-Recherche hat ein israelisches Unternehmen bislang 27 Wahlen und Abstimmungen erfolgreich beeinflusst.

Laut einem Spiegel-Bericht werden Wahlen weltweit von einer israelischen Geheimfirma beeinflusst.
Laut einem Spiegel-Bericht werden Wahlen weltweit von einer israelischen Geheimfirma beeinflusst.Sebastian Gollnow/dpa

Ein israelisches Unternehmen manipuliert laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins Spiegel weltweit Wahlen. Wer genau hinter der Firma steckt, ist bislang noch unbekannt. Aus internationalen Recherchen, an denen der Spiegel beteiligt war, geht hervor, dass die Geheimfirma offenbar Fake-News-Aktionen steuert und hochrangige Politiker hackt. Das alles gegen Geld und um Wahlen für die Auftraggeber zu beeinflussen. 

Der Chef des Unternehmens sei ein Ex-Soldat mit dem Tarnnamen „Jorge“, heißt es im Spiegel. Deshalb nenne sich das Geheimunternehmen auch „Team Jorge“. Es greife Politiker mit Hacking-Werkzeugen an und führe groß angelegte Desinformations- und Lügenkampagnen für seine Auftraggeber durch. 

Die Zahlen sind erschreckend: In 33 nationale Wahlkämpfe und Abstimmungen hat das Team Jorge laut Spiegel bereits eingegriffen. In 27 Fällen soll es die Wahlen tatsächlich zugunsten seiner Auftraggeber beeinflusst haben. Um die Meinung im Netz zu steuern, kontrolliere die geheim agierende Firma über 30.000 glaubwürdige Fake-Konten auf Social-Media-Plattformen.

Undercover-Recherche: Reporter gaben sich als Auftraggeber aus

Die Informationen stammen laut dem Spiegel aus einer Undercover-Recherche, die über sechs Monate von Reportern von The Marker, Haaretz und Radio France durchgeführt wurde. Dabei sollen sie sich als vermeintliche Interessenten des Team Jorge ausgegeben haben.

Enthüllt hat die Aktivitäten erstmals das internationale Journalistenteam „Storykillers“, an dem neben dem Spiegel und den israelischen Publikationen unter anderem auch die Zeit, das ZDF, der Guardian, die Washington Post und Le Monde beteiligt sind. Eindeutig bestätigen lassen sich die Erkenntnisse jedoch noch nicht.