Berlin - Der Technologiekonzern Huawei soll einem Medienbericht zufolge Angestellte in Europa kontrollieren. Netzpolitik.org schreibt unter Berufung auf interne Akten und verdeckte Tonaufnahmen, das Unternehmen greife stark in ihr Privatleben ein. Manche ehemalige Mitarbeiter würden gut über Huawei sprechen, andere Diskriminierung vorwerfen. Den Angaben zufolge beruht der Bericht auf Recherchen, welche die Seite als Teil des sogenannten Signals Network mit Kollegen aus Großbritannien, der Schweiz und Spanien durchführte.

Für nicht aus China stammende Personen würden beispielsweise „andere Regeln“ gelten, heißt es: Sie würden weniger Zugang zu Informationen erhalten und aus wichtigen internen Entscheidungen ausgeschlossen, heißt es in dem Bericht. Bei Meetings wechsele das Führungspersonal darüber hinaus „an entscheidenden Stellen mitunter ins Chinesische“.

In Bezug auf im Zuge der Recherche ausgewertete Gerichtsverfahren schreibt Netzpolitik.org: „Verhandelt wurde über Diskriminierung und Entlassungen, zu denen es nach geltendem Recht nie hätte kommen dürfen.“ Der Konzern weist die Vorwürfe im Kern von sich. Hinsichtlich der Dominanz chinesischer Personen und angeblicher Aufpasser für deutsche Manager teilte er auf Anfrage des Mediums mit, es gebe „weder chinesische ‚Aufsichtspersonen‘ noch eine gläserne Decke, und überhaupt: In Deutschland seien nur 59 Prozent des Managements direkt aus China entsandt.“