Berlin - Der Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson wird womöglich nur für Menschen ab 60 Jahren empfohlen. Die Ständige Impfkommission (Stiko) wolle diese Altersempfehlung am Montag geben, berichtete das Magazin Spiegel am Freitag. Jüngere sollen den Impfstoff demnach aber nach Aufklärung durch einen Arzt weiter nutzen dürfen. Das Robert-Koch-Institut bestätigte dem Magazin, dass am Montag eine Stellungnahme der Stiko erwartet werde. Wie diese aussehen werde, wollte ein Sprecher indes nicht kommentieren.

Priorisierung für Astrazeneca seit Donnerstag aufgehoben

Ähnlich wie bei Astrazeneca wurden auch beim Impfstoff von Johnson & Johnson in einzelnen Fällen Blutgerinnsel nach einer Impfung beobachtet. Die USA hatten die Impfungen damit deshalb vorübergehend ausgesetzt. In der EU ist der Impfstoff bereits seit März zugelassen, wurde aber bislang kaum eingesetzt. Der Vektorvirenimpfstoff hat den Vorteil, dass er im Vergleich zu anderen Wirkstoffen leicht lagerbar ist. Außerdem ist nur eine Dosis zur Immunisierung notwendig. Zuletzt hielt die EMA an ihrer Empfehlung für den Impfstoff von Johnson & Johnson fest. Die Entscheidung wurde damit begründet, dass der Nutzen des Impfstoffs die Risiken überwiege.

Die Stiko hatte Ende März empfohlen, den Impfstoff von Astrazeneca in der Regel nur noch für Menschen über 60 Jahren einzusetzen. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern hoben am Donnerstag die Impfpriorisierung für das Vakzin auf.