Bericht: Münchner Starkoch sollte „Reichsbürger“ verpflegen  

Nach der Großrazzia gegen die „Reichsbürger“-Szene in Deutschland kommen mehr Details ans Licht. Unter den Verhafteten finden sich ein paar echte Promis.  

An einer Außenstelle vom Bundesgerichtshof fährt ein Streifenwagen mit Beschuldigten vor. Ein vermummter Polizist öffnet die Schiebetür.  
An einer Außenstelle vom Bundesgerichtshof fährt ein Streifenwagen mit Beschuldigten vor. Ein vermummter Polizist öffnet die Schiebetür. dpa/Julian Rettig

Nach einem großen Anti-Terror-Einsatz gegen die „Reichsbürger“-Szene soll es sich bei einem der Beschuldigten um einen Starkoch aus München handeln. Er sollte, so der Plan, die „Reichsbürger“ nach dem Umsturz verpflegen. Darüber berichtet das Nachrichtenportal t-online unter Berufung auf österreichische Medien. Der Mann soll auch in Kitzbühel ein Nobel-Restaurant haben, wo er bei dem Einsatz am Mittwoch angeblich auch verhaftet wurde.

Der Mann steht im Verdacht, sich mehrmals mit Unterstützern einer vermeintlichen rechtsterroristischen Vereinigung getroffen zu haben. Laut der österreichischen Zeitung Die Presse soll der Gastronom im Verdacht stehen, Lebensmittel, Küchenutensilien und ein Notstromaggregat für einen Mitstreiter besorgt zu haben.

Razzia gegen „ Reichsbürger“: 19 Verdächtige in U-Haft

Er soll dem Bericht zufolge angeblich auch seine Kreditkarte für den Kauf eines Wohnmobils eingesetzt haben. Zudem wäre es seine Aufgabe gewesen, in der „neuen deutschen Staatsform“ den militärischen Arm zusammen mit einem Ex-Fallschirmjäger als „Heimatschutzkompanie“-Chef in Kantinen zu verköstigen. Das meldete die Kronen Zeitung.

Die Bundesanwaltschaft hatte am Mittwoch bei einem der größten Polizeieinsätze in der Geschichte der Bundesrepublik in elf Bundesländern sowie in Italien und Österreich 25 Menschen festnehmen lassen. 22 von ihnen wirft sie vor, Mitglied einer terroristischen Vereinigung zu sein, die das politische System stürzen wollte. Bei den drei anderen geht es um Unterstützung. Bis auf eine Russin haben den Angaben zufolge alle die deutsche Staatsbürgerschaft. 19 befinden sich in Untersuchungshaft. Die Bundesanwaltschaft sprach zudem von 27 weiteren Beschuldigten (dpa).