Die Polizeiwache in Mülheim-Ruhr.
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EssenDer Skandal um die rechtsextremen Chat-Gruppen bei der Polizei in Essen und Mülheim/Ruhr weitet sich eines Berichts des Kölner Stadt-Anzeigers zufolge aus. Demnach erfuhr die Zeitung aus Polizeikreisen, dass der gewaltsame Übergriff eines der beschuldigten Beamten gegen einen Festgenommenen durch Vorgesetzte vertuscht worden sein soll.  Der Mann mit albanischen Wurzeln war den Angaben zufolge gefesselt, als der Übergriff geschah.

Der Polizist soll laut der Chatnachricht einer Kollegin mehrfach auf den Wehrlosen eingeschlagen haben. Der zuständige Dienstgruppenleiter soll versprochen haben, mit dem Vorgesetzten des mutmaßlichen Schlägers zu sprechen, dann sei aber nichts weiter geschehen. Vielmehr sollen Mitglieder der „Alphateam“ genannten Chat-Gruppe, die über fünf Jahre hinweg 126 Nazi-Dateien und rassistisches Material posteten, die Beamtin gemobbt haben.

Die Betroffene soll daraufhin die Einsatzhundertschaft gewechselt haben. Thomas Weise, Sprecher der Essener Polizei, sagte laut Kölner Stadt-Anzeiger: „Der Behördenleitung ist der Vorgang erst am Donnerstag durch die Kollegin zur Kenntnis gelangt.“ Ermittler in Bochum sollen den Chatskandal aktuell aufklären, die disziplinarrechtlichen Verfahren leitet das Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten der Polizei NRW.