Bericht: Mund-zu-Geste „belastete“ DFB-Team, nur zwei Spieler waren dafür

Die Nationalspieler sollen sich „instrumentalisiert“ gefühlt haben. Die meisten von ihnen wollten sich einfach nur auf das Sportliche konzentrieren.

Die Spieler der deutschen Fußballnationalmannschaft halten sich den Mund zu.
Die Spieler der deutschen Fußballnationalmannschaft halten sich den Mund zu.Imago/Ulmer

Die frühe Ausscheiden des DFB-Teams bei der WM in Katar haben viele deutsche Fußballfans noch immer nicht verdaut. Einem Bericht der ARD zufolge soll die Affäre um die „One Love“-Kapitänsbinde die Mannschaft stärker als bisher angenommen beschäftigt haben. Nach Informationen der Sportschau habe das Thema die Spieler „belastet“ und „genervt“. Die meisten wollten sich auf das Sportliche konzentrieren. Viele sollen sich „instrumentalisiert“ gefühlt haben.

DFB wollte unbedingt ein Zeichen setzen

Vor und nach der Niederlage gegen Japan, die hauptsächlich für das Ausscheiden verantwortlich war, soll es unter den Profis zu intensiven Diskussionen um die Binde und ein alternatives Zeichen gegen Diskriminierung gekommen sein. Der DFB wollte demnach unbedingt ein „Zeichen gegen Diskriminierung und für Vielfalt“ setzen, nachdem man sich aus Angst vor Ffia-Sanktionen gegen das Tragen der „One Love“-Binde entschieden hatte.

Nach Informationen der Sportschau setzte ein hektisches Treiben ein, um alternative Szenarien zu besprechen. Dabei soll auch Teammanager Oliver Bierhoff bei vielen Spielern in Ungnade gefallen sein. 

Der Großteil der Mannschaft habe beispielsweise das „Herz-Symbol“ als weitere Option abgelehnt - auch weil es als Affront gegen Muslime gewertet werden könne. Sich beim Mannschaftsfoto den Mund zuzuhalten, soll innerhalb der Mannschaft schließlich als kleinster gemeinsamer Nenner akzeptiert worden sein. Nur Kapitän Manuel Neuer und Leon Goretzka hätten sich wirklich für die Mund-zu-Geste eingesetzt, heißt es weiter.

Als die Aktion dann beschlossen war, unterstützten auch andere Führungsspieler die Idee. Einige sahen das Ganze aber weiterhin kritisch, da sie sich lieber auf den Fußball konzentrieren wollten.