Berlin - Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken hat in einem Interview mit der Stuttgarter Zeitung und den Stuttgarter Nachrichten gesagt, sie habe „entschieden, meine Bewerbung für das höchste Parteiamt zu erneuern“. Zuvor hatte bereits die Süddeutsche Zeitung berichtet und sich auf eigene Informationen berufen. Der SPD-Vorstand will nach der Rückzugsankündigung von Co-Parteichef Norbert Walter-Borjans am Montag einen Personalvorschlag für das neue Spitzenduo präsentieren.

Esken hatte vor der Bundestagswahl bereits Interesse an einer weiteren Amtszeit als Parteivorsitzende erkennen lassen. Nach dem Verzicht ihres bisherigen Duo-Partners Walter-Borjans ließ sie aber bisher offen, ob es dabei bleibt. Alternativ war auch über ein mögliches Ministeramt für Esken in der von der SPD mit Grünen und FDP angestrebten Ampel-Koalition spekuliert worden.

Von Seiten der SPD war auch deutlich gemacht worden, dass es bei der derzeitigen Trennung von Regierung und Parteispitze bleiben soll. Als neuer Co-Parteichef dürfte der derzeitige Generalsekretär Lars Klingbeil antreten. Allerdings hat auch er sich noch nicht offiziell zu einer Kandidatur geäußert.

Bundesarbeitsminister Heil favorisiert Lars Klingbeil

„Lars Klingbeil wäre ausgezeichnete Wahl als Parteivorsitzender“, sagte der bisherige Bundesarbeitsminister und Parteivize Hubertus Heil der Rheinischen Post. Er äußerte sich zuversichtlich, „dass es uns erneut gelingen wird, die Parteispitze als schlagkräftiges Team aufzustellen, das Kompetenzen bündelt, um dem Anspruch der SPD als Volkspartei gerecht zu werden“.

Zu seinen eigenen Ambitionen sagte Heil: „Ich werde erneut als stellvertretender Parteivorsitzender der SPD kandidieren und bin dankbar, dass mein Bezirk mich dafür nominiert hat.“ Die neue Parteispitze soll auf einem Parteitag vom 10. bis 12. Dezember in Berlin gewählt werden.