Das Bundeskriminalamt liest nach Angaben des Bayerischen Rundfunks bei WhatsApp mit (Symbolbild). 
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BerlinMit einer ebenso simplen wie effektiven Methode liest das Bundeskriminalamt (BKA) eigentlich verschlüsselte WhatsApp-Nachrichten mit. Das berichtet der Bayerische Rundfunk. Nach einem Bericht des BR nutzen die Ermittler dafür die Möglichkeit, die App mit dem Webbrowser auf einem Computer zu verknüpfen. Bei der Funktion werden alle Inhalte des Chatdienstes in einem Browser-Fenster gespiegelt.

Der BR zitiert ein internes BKA-Schreiben, in dem es demnach heißt: „Das BKA verfügt über eine Methode, die es ermöglichen kann, Text, Video-, Bild- und Sprachkurznachrichten aus einem WhatsApp-Konto in Echtzeit nachzuvollziehen.“

Um WhatsApp mit einem Browser oder der Desktop-Version der App zu verbinden, muss ein Nutzer normalerweise in einem ersten Schritt mit seinem Smartphone einen auf dem Computer angezeigten QR-Code einscannen. Erst dann wird WhatsApp auf dem Rechner freigegeben. Unklar blieb in dem Bericht, ob das BKA zum Mitlesen auf Schwachstellen auf den Computern der Zielpersonen setzt oder die App mit seinen eigenen PCs verknüpft.

Erste Hinweise auf das Überwachungsverfahren ergaben sich laut Bayerischem Rundfunk aus Unterlagen, die in Zusammenhang mit einem Ermittlungsverfahren des Generalbundesanwalts gegen den Terrorverdächtigen Magomed-Ali C. stehen. Er gilt als kaukasischer Islamist und Bekannter des Breitscheidplatz-Attentäters Anis Amri.