Hanau - Der Vater des Attentäters von Hanau hat in den vergangenen Monaten zahlreiche Anzeigen gestellt. Wie der Spiegel berichtet, fordert er unter anderem die Tatwaffen und Munition seines Sohnes zurück. Zudem erkenne er in den Gedenkstätten, die an die Opfer des Attentats erinnern, „Volksverhetzung“. 

Bei den rassistischen Anschlägen in Hanau wurden am 19. Februar zehn Menschen ermordet. Der Täter erschoss in und vor zwei Shishabars neun Personen. In der elterlichen Wohnung erschoss er später seine eigene Mutter und sich selbst. Der Vater wurde kurz danach festgenommen. Allerdings fanden sich keine Hinweise auf eine Verwicklung in die Tat seines Sohnes.

In Vernehmungsprotokollen, die dem Spiegel vorliegen, spricht der Vater davon, dass sein Sohn Opfer einer Geheimdienstorganisation geworden sei. Bereits im Jahr 2004 hatten er und sein Sohn Anzeigen bezüglich eines unbekannten Geheimdienstes erstattet. Der Vater beklagt, sein Sohn und seine Familie seien ungerecht behandelt worden. Dabei bezieht er sich auch auf die „Fachliteratur des Herrn Thilo Sarrazin“. Zudem nennt er die Opfer des Attentats immer wieder „Täter“ und beklagt, dass ihnen die Ehrenplakette Hanaus verliehen wurde.

Schließlich fordert er, dass die Homepage, auf der sein Sohn vor der Tat das Pamphlet „Botschaft an das gesamte deutsche Volk“ veröffentlichte, wieder ins Netz gestellt wird. Laut Spiegel haben sich die Behörden noch nicht zu der Frage geäußert, ob vom Vater eine Gefahr ausgehe.