Ein Rind in einem Tiertransporter.
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Berlin34.355 lebende Rinder wurden laut einem Medienbericht zwischen Januar 2019 und Februar 2020 bundesweit in sogenannte „Tierschutz-Hochrisiko-Staaten“ außerhalb der EU transportiert. Wie das ARD-Mittagsmagazin und der RBB gemeinsam berichten, erfolgten die Tiertransporte im Wesentlichen über neun Landkreise. Demnach wurden laut Einträgen der EU-Traces-Datenbank für Lebendtiertransporte 33.440 Tiere und damit 97 Prozent aller Exporte durch neun Veterinärämter in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Rheinland-Pfalz genehmigt. 

Der Europäische Gerichtshof hatte 2015 in einem Urteil festgelegt, dass die EU-Tierschutzverordnung auch für den Transport lebender Tiere in Nicht-EU-Staaten gelten. Während des Transports müssen Auslauf- und Ruhezeiten für die Tiere gewährleistet sein. Die zuständigen Veterinäre in den Landkreisen müssen die Transporte genehmigen und unter anderem vorab prüfen, ob die Tierschutzstandards eingehalten werden können.

Nach Auffassung der Bundesländer Hessen, Bayern und Schleswig-Holstein gehören zu den „Tierschutz-Hochrisiko-Staaten“ Ägypten, Algerien, Armenien, Aserbaidschan, Irak, Iran, Kasachstan, Kirgistan, Libanon, Libyen, Marokko, Syrien, Tadschikistan, Türkei, Tunesien, Turkmenistan und Usbekistan. Bayern, Schleswig-Holstein und Hessen hatten die Anforderungen an Genehmigungen in diese Länder per Erlass derart erhöht, dass direkte Exporte aus den Bundesländern de facto nicht mehr möglich sind.

Auf dem Transport in diese Staaten kann nach Auffassung der drei Bundesländer nicht gewährleistet werden, dass unterwegs entsprechende Ruhe- und Rastplätze für die Tiere existieren. Laut RBB und ARD-Mittagsmagazin werden die Tiere jedoch vor dem Export regelmäßig in Bundesländer verbracht, in denen die Ausfuhr noch möglich ist. 51 von 77 befragten Veterinärämtern bestätigten demnach einen Export von Rindern aus ihrem Landkreis auf dem Umweg über andere Bundesländer.

Der Export in die „Hochrisiko-Staaten“ erfolgt demnach vor allem über die Landkreise Emsland und Aurich (alle Niedersachsen), Oberspreewald-Lausitz, Teltow-Fläming und Prignitz (alle Brandenburg) sowie Rhein-Sieg-Kreis und Steinfurth (alle Nordrhein-Westfahlen), Görlitz (Sachsen) und Trier-Saarburg (Rheinland-Pfalz).

Den Vorwurf, Tiertransporte genehmigt zu haben, auf denen das Tierwohl beim Transport absehbar gefährdet gewesen sei, wiesen alle vom RBB und dem Mittagsmagazin befragten Landkreise zurück. Alle abgefertigten Exporte seien vorab gründlich geprüft worden und hätten aufgrund der gemacht Angaben genehmigt werden müssen.