Iran: Deutscher Staatsbürger wird angeblich wegen Fotos festgenommen

Der iranische Staatsfunk berichtet von der Festnahme eines Deutschen in der Provinz Chuzestan. Er soll Bilder von Erdölanlagen gemacht haben.

Unter der Führung Ayatollah Chameinis sitzen im Iran etliche ausländische Staatsbürger in Haft.
Unter der Führung Ayatollah Chameinis sitzen im Iran etliche ausländische Staatsbürger in Haft.imago/ZUMA Wire

Ein deutscher Staatsbürger ist Medienberichten zufolge in der Erdölregion Chuzestan im Iran festgenommen worden. Wie der Staatssender Jam-e Jam am Dienstag mitteilte, soll der Mann beim Fotografieren von Ölanlagen in der Verwaltungshauptstadt Omidiyeh aufgegriffen worden sein. Das Auswärtige Amt in Berlin erklärte auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP, die Berichte aus dem Iran seien zur Kenntnis genommen worden. Man bemühe sich „mit Hochdruck um Aufklärung“.

Was genau dem Deutschen zur Last gelegt wird, wurde in dem Bericht des staatlich finanzierten Senders nicht erwähnt. Die weiteren Äußerungen lassen jedoch darauf schließen, dass es – wie in vielen Fällen zu Unrecht inhaftierter Ausländer im Iran – um Spionagevorwürfe geht. Auch ein Zusammenhang mit den anhaltenden regimekritischen Protesten im Land ist naheliegend. „Zuvor wurden bei den derzeitigen Aufständen mehrere ausländische Staatsbürger, darunter auch Deutsche, festgenommen“, hieß es in dem Bericht weiter.

Iran: Inhaftiertem Deutschen droht Todesstrafe

Die iranische Führung unter Ayatollah Chameini lässt immer wieder ausländische Staatsbürger – auch außerhalb iranischen Hoheitsgebiets – unter dem Vorwand des Spionage- oder Terrorismusverdachts inhaftieren. Teils nutzt die Regierung diese auch als politisches Druckmittel, zum Beispiel um einen Gefangenenaustausch mit westlichen Staaten zu erwirken.

So wurde der deutsch-iranische Regimekritiker Jamshid Sharmahd 2020 aus Dubai in den Iran entführt, wo er sich seit mehr als zwei Jahren in Isolationshaft befindet und auf  eine drohende Hinrichtung wartet

EU und Bundesregierung reagierten auf die wiederholten Festnahmen deutscher Staatsbürger in der Islamischen Republik zumeist zögerlich. Seit dem Tod der 22-jährigen Mahsa Amini und den infolgedessen ausgebrochenen Massenprotesten im Iran wurde jedoch eine Reihe neuer Sanktionen verhängt.